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Ed Sheeran ist ein Superstar. Und Superstars bekommen eigentlich immer, was sie wollen. Ein Tisch im angesagten Restaurant, der letzte Platz im voll besetzten Flugzeug – Ed Sheeran muss vermutlich nie lange um irgendwas bitten. Nur eine Sache bleibt Ed Sheeran verwehrt: Für sein geplantes Deutschlandkonzert am 22. Juli, für das bereits 80.000 Karten verkauft worden sind, kann einfach keine Location gefunden werden. Seit Monaten zieht sich die Planung um sein Konzert hin. Nun gibt es zum ersten Mal wieder Hoffnung – aus Gelsenkirchen. Ausgerechnet.

Die bisherigen Ereignisse in der Zusammenfassung:

  • Ursprünglich sollte das Konzert am Flughafen Essen-Mülheim stattfinden – bis ein seltener Vogel dazwischen kam (wir berichteten).
  • Stattdessen wurde dann Düsseldorf angepeilt – und wieder abgepeilt. 
  • Dieses Mal scheiterte es an Bäumen, die versetzt und gefällt werden sollten (wir berichteten). Und einem Panikforscher, der sagte, die Sicherheit der Gäste könne bei dem Projekt nicht gewährleistet werden (wir berichteten). 

Was sind die neuesten Entwicklungen?

Nachdem die Nachbarstädte Ed Sheeran so eiskalt abgesägt haben, bietet sich nun ein neuer Kandidat an: Gelsenkirchen. (WAZ)

Die Stadt, die bisher vor allem für Schalke und … – ja, eigentlich nur für Schalke – bekannt ist, sieht jetzt eine Chance, etwas Glamour zwischen Fußgängerzone und Schrebergartensiedlung zu holen – und das Planungsdrama um Ed Sheeran zu beenden.

Wie genau will Gelsenkirchen das machen?

Der in Frage kommende Veranstaltungsort ist eine Trabrennbahn an der Stadtgrenze zwischen Gelsenkirchen und Essen, der Gelsentrab-Park. Dort hat es zwar noch nie eine so große Veranstaltung gegeben – der Manager des Parks meint aber: Von der Fläche her wären wir in der Lage, das zu stemmen. Kapazität und Fluchtmöglichkeiten seien "ausreichend".

Wird das klappen?

Bleibt abzuwarten. Offiziell ist das Vorhaben noch nicht, der Veranstalter hat bisher nicht bei der Stadt angefragt. Und selbst der Manager der Rennbahn bezeichnet das Vorhaben als "sportlich"

Dieselben Worte wählt der Sprecher der Stadt Gelsenkirchen – denn so langsam wird die Zeit knapp. "Ein komplettes genehmigungsfähiges Verfahren für eine Veranstaltung dieser Dimension in vier Wochen durchzuziehen, ist mehr als sportlich", sagte er der WAZ.

Ed Sheeran muss sich also noch etwas länger in Geduld üben. Ausnahmsweise.


Queer

Hasan ist schwul – und will ins türkische Parlament einziehen
Als Zeichen gegen Erdogan.

Wenn Hasan von Tür zu Tür geht, dann weiß er nie, ob er sich gleich Beschimpfungen gefallen lassen muss. Oder ob er doch über sein Wahlprogramm sprechen darf. Was passiert, hängt oft damit zusammen, ob ihm ein Erdogan-Anhänger öffnet. 

Hasan Atik ist schwul. Und er will ins türkische Parlament – als einziger Kandidat, der offen zu seiner Homosexualität steht.

Am 24. Juni wählt die Türkei einen neuen Präsidenten und ein neues Parlament. Die Wahlen hätten eigentlich erst im November 2019 stattfinden sollen, doch der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan hat sie überraschend um anderthalb Jahre vorgezogen. (bento)

Für Erdogan geht es um Machterhalt. 

Für Hasan um eine gerechtere Türkei.