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Klären wir das – ein für alle Mal!

Die morgendliche Dusche ist für mich eigentlich keine Frage der Hygiene. Für mich geht es um: Wachwerden, Kreislauf anfeuern, irgendwie im Tag ankommen. Ohne eine Dusche bin ich morgens nur ein halber Mensch. 

Aber ist es überhaupt gut, jeden Tag zu duschen – oder schaden wir damit eher unserer Haut, wie zum Beispiel Anhänger des Trends "Cleansing Reduction" meinen? Wir haben nachgefragt: Bei Dr. Uta Schlossberger, Fachärztin für Dermatologie und Venerologie und Sprecherin des Berufsverbands der Deutschen Dermatologen.

Was bedeutet "Cleansing Reduction"?

Vor etwa zwei Jahren kam dieser Begriff aus den USA zu uns. Dahinter steckt die Idee, dass tägliches Duschen unserer Haut schadet – und jeder die eigenen Hygiene-Routinen kritisch hinterfragen sollte. Denn unsere Haut verfügt über einen Säureschutzmantel, der durch zu viel und zu heißes Wasser angegriffen wird. 

Klären wir das – ein für alle Mal

In dieser Rubrik beantworten wir kleine Fragen des Alltags. Wenn du auch gerne eine beantwortet hättest, schreib uns an fuehlen@bento.de.

Beim Duschen spülen wir viele der körpereigenen Fette und nützliche Bakterien ab, die uns vor äußeren Einflüssen schützen sollen. Statt der gewohnten Ganzkörper-Dusche könnten wir uns auch gezielt an besonders verschwitzten oder verschmutzten Stellen waschen.

Wie oft sollte man duschen? Das sagen Experten:

"Aus dermatologischer Sicht ist es durchaus empfehlenswert, jeden Tag zu duschen", sagt Schlossberger. "Zumindest wenn man eine normale Haut hat."

Wer Sport macht, arbeitet und schwitzt, kann ohne Bedenken ein bis zwei Mal pro Tag duschen.

Denn Duschen macht nun mal nicht nur wach, dabei werden Schweiß, Dreck und auch Keime abgespült. Wer also einen Job hat, bei dem er tatsächlich schmutzig wird und viel schwitzt, kann im Normalfall ruhig jeden Tag unter die Dusche steigen.

Was ist, wenn man eine empfindliche Haut hat?

Die Einschränkung: Wenn wir empfindliche Haut haben, sollten wir aufpassen. "Bei gestörter Hautfunktion würde ich das Duschen und vor allem das Baden einschränken", sagt die Dermatologin. Man merkt, dass man zu dieser Risikogruppe zählt, wenn die Haut oft trocken ist und spannt, wenn sie sich schnell rötet oder juckt. Auch Menschen mit Neurodermitis erleben oft, dass eine tägliche Dusche ihnen nicht gut tut. 

Alle Folgen "Klären wir das – ein für alle Mal" gibt es hier: 

Wer seinem Körper in diesem Fall zu viel Wasser zumutet, bekommt die Folgen zu spüren: "Die Haut ist erst trocken, wird dann schuppig, dann können sich Entzündungen und Ekzeme bilden.“ Deshalb gilt: Bei trockener Haut seltener duschen oder ansonsten kurz und mit kaltem Wasser. Denn dabei wird der Säureschutzmantel weniger stark angegriffen – und trockene Haut kann ihn nicht so schnell wieder aufbauen wie eher fettige Haut.

Wie oft sollte man sich die Haare waschen? Auch hier hört man oft, dass viele Menschen es mit der Pflege übertreiben…

"Auch dabei kommt es auf die Empfindlichkeit der Kopfhaut und auf die Pflegeprodukte an", sagt Schlossberger. Es ist also nicht grundsätzlich problematisch, wenn man darauf achtet, was auf den Kopf kommt: "Silikone gehören natürlich nicht ins Haar und schon gar nicht täglich. Aber mit einem milden Shampoo ohne Duft und Konservierungsstoffe ist es unbedenklich." Friseure sind sich in dieser Frage nicht einig, es gibt zum Beispiel verschiedene Auffassungen darüber, ob man die Talgproduktion anregt, wenn man die Kopfhaut beim täglichen Waschen zu viel massiert – und die Haare dadurch schneller fettig werden.

Ob täglich oder seltener in Benutzung: Worauf sollten wir bei Duschgel und Shampoo achten?

"Viele Menschen reagieren heute allergisch auf Duft- und Konservierungsstoffe im Haar", sagt Dr. Uta Schlossberger. "Darauf sollte also möglichst verzichtet werden." Das schränkt allerdings die Auswahl vor dem Duschgel- und Shampoo-Regal erheblich ein. Der Großteil der Produkte versucht, uns mit einem besonderen Geruch zu überzeugen – obwohl wir darauf besser verzichten sollten. Einfacher wird es bei den Silikonen: Die sollten in unserem Shampoo nicht vorkommen und sind auch kaum noch in Produkten enthalten.  

Ist es denn problematisch, sich täglich unter der Dusche zu rasieren? Beine, Achseln und Intimbereich?

Auch hier kommt es darauf an, wie empfindlich die eigene Haut ist: "Wer normale und keine sensible Haut hat und nicht zu Pickeln oder Entzündungen neigt, kann sich jeden Tag rasieren“, sagt Schlossberger. Wichtig ist es, den Bereich danach mit einer Lotion zu pflegen: Denn durch den mechanischen Reiz ist unsere Haut leicht gestresst.

Und wie sieht es mit dem ganzen Körper nach dem Duschen aus: Täglich eincremen – ja oder nein?

Abtrocknen und schnell anziehen? Oder lieber Zeit nehmen, um den Körper noch mit Bodylotion einzureiben? Auch hier wird oft behauptet, das soll man besser nicht täglich tun – doch die Expertin widerspricht: 

Es ist immer gut, sich nach dem Duschen oder Baden einzucremen

"Das Wasser verändert den pH-Wert der Haut und es kann zu sehr trockener Haut kommen.“, sagt Schlossberger, "das wird durch das Nachfetten mit Bodylotion verhindert.“


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Harry Potter statt Sherlock Holmes: Pub benennt sich in "The J.K. Rowling" um

Im schottischen Edinburgh steht ein Pub. Er hieß über viele Jahre "The Conan Doyle" – benannt nach einem der berühmtesten Einwohner Edinburghs, dem Schriftsteller Sir Arthur Conan Doyle. Doyle hat den britischen Meisterdetektiv Sherlock Holmes erfunden, seine Romane wurden weltweit verlegt.

Nun hat der Pub einen neuen Namen: "The J.K. Rowling". 

Der Pub hat sich also nach der Erfinderin von Harry Potter benannt. Während Rowling die Romane über den Zauberlehrling schrieb, lebte sie für einige Zeit in Edinburgh – die Straßen und verwinkelten Gassen haben sie inspiriert.