Kann ja mal passieren.

Kennst du auch dieses Gefühl, wenn man eine lange vergessene Rechnung oder eben ein ewig liegengebliebenes Bibliotheksbuch plötzlich zu Hause wiederfindet. Und man weiß genau, das wird teuer. Eine Psychologie-Professorin der Hochschule Niederrhein hat 50 Bibliotheks-Bücher einen Monat zu spät abgegeben – und muss jetzt 2250 Euro Strafe zahlen.

Was ist passiert?

Die Psychologie-Professorin hatte sich die 50 Bücher zu Forschungszwecken ausgeliehen, dann aber nicht zurückgegeben oder die Leihfrist verlängert, obwohl sie von der Bibliothek schriftlich daran erinnert wurde. Das räumte sie im Verfahren auch ein.

Lehrstuhlinhaber können in der Bibliothek der Hochschule Niederrhein die entliehenen Bücher sogar bis zu fünf Jahre lang behalten, wenn sie rechtzeitig vor dem Ende jedes Studienjahres die Verlängerung beantragen. "Das ist eine ungewöhnlich großzügige Regelung", sagten mehrere Universitätssprecher in Nordrhein-Westfalen auf Nachfrage von SPIEGEL ONLINE.

Die Hochschul-Professorin behielt die Bücher mehr als 30 Tage zu lang, wodurch schließlich eine Strafgebühr von 2250 Euro zustande kam: Säumnisgebühren von 20 Euro und eine zusätzlichen Verwaltungsgebühr von 25 Euro je Buch.

Gegen diese hohe Gebühr hat sie geklagt.

Wie hat das Gericht entschieden?

In der mündlichen Verhandlung Mitte Oktober hatte der Anwalt der Professorin erklärt, die Gebühr widerspreche der grundgesetzlich garantierten Wissenschaftsfreiheit seiner Mandantin.

Dem widersprach das Düsseldorfer Verwaltungsgericht jetzt aber: Weder werde mit den Gebühren in die grundgesetzlich geschützte Freiheit von Forschung und Lehre eingegriffen, noch sei ihre Höhe unverhältnismäßig, befand das Gericht und gab es am Mittwoch bekannt.

Die Klage der Professorin wurde damit zurückgewiesen. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

Mit Material von dpa


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