Bild: dpa

Das "Monument" vor der Dresdner Frauenkirche erinnert derzeit an das Leid der Menschen in Syrien (bento). Am Montagmorgen wurde das Kunstwerk, das aus drei aufgestellten Bussen besteht, von Rechten gekapert und mit einem Plakat versehen, auf dem stand: "Eure Politik ist Schrott" ( Dresdner Neue Nachrichten).

Die Busse aus Aleppo

Aleppo war viele Jahre die am härtesten umkämpfte Stadt in Syrien. Die syrische Regierung, Rebellen, Kurden und Islamisten beherrschten je Stadtteile – die Zivilisten in der Stadt leiden in allen Vierteln. Seit Dezember 2016 ist die Stadt unter Kontrolle des Assad-Regimes.

Zum Schutz vor Kugeln und Granaten wurden oft Barrieren aus Autowracks aufgebaut. Die drei senkrecht aufgestellten Busse, die das Vorbild für das Kunstwerk in Dresden waren, wurden wahrscheinlich von Kämpfern der islamistischen Miliz "Ahrar al-Sham" errichtet. Fotos zeigen, wie ihre Flagge auf der Barrikade weht.

Mehrere in Warnwesten gekleidete Personen sollen das Plakat am frühen Montagmorgen mit Hilfe einer Hebebühne am Monument befestigt haben. Schon am Vormittag wurde das Plakat wieder vom zentralen technischen Dienst entfernt ( Dresdner Neue Nachrichten).

Die rechtspopulistische "Identitäre Bewegung", die auch vom Verfassungsschutz beobachtet wird, feierte sich auf Facebook für die Aktion .

Darum geht es bei dem Kunstwerk:

Die Leiterin des "Monuments", Christiane Mennicke-Schwarz, nannte die Aktion in den Dresdner Neuen Nachrichten "armselig" und " kindisch".

„Ich finde es beschämend, dass es Menschen gibt, die nicht in der Lage sind, sich eine eigene Plattformen zu schaffen, und stattdessen ein Kunstwerk für ihre Botschaften instrumentalisieren.“

Wer sind die Identitären?

Die "Identitäre Bewegung" sind vom Verfassungsschutz beobachtete Rechtsextreme, die seit 2012 in Deutschland aktiv sind. Der Verfassungschutz geht von etwa 600 Aktiven aus (Tagesschau). Flüchtlinge und Zuwanderer islamischen Glaubens werden von den "Identitären" diffamiert. Ihre Ablehnung umschreiben sie als "Ethnopluralismus", was sich mit "Ausländer raus" übersetzen lässt. Führende Mitglieder stammen aus rechtsextremen Organisationen oder der Kameradschaftsszene (bento).

Hier beleuchten wir das Netzwerke der Identitären genauer – und hier haben wir zwei führende Vertreter getroffen.

Die Polizei prüft derzeit rechtliche Schritte (Berliner Morgenpost).

Schon bei der Einweihung des Monuments, am 13. Februar, kam es zu Störungen aus dem rechten Umfeld. Rechte Demonstranten riefen "Weg mit dem Schrott" und "Volksverräter" (bento).

So inszeniert sich die "Identitäre Bewegung" in den Sozialen Medien:


Gerechtigkeit

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