Bild: avid Oßwald/NEWS5/dpa
Die Antworten auf die drei wichtigsten Fragen

Hunderte Menschen sind am Montag zu einer Hass-Demo gegen den YouTuber "DrachenLord1510" nach Emskirchen in Franken gekommen. Später versuchte die Polizei die Veranstaltung zu stoppen – mit mäßigem Erfolg. Ein Polizist wurde bespuckt, Teilnehmerinnen und Teilnehmer warfen Böller. Die Demo drohte zu eskalieren.

Was ist jetzt in Emskirchen passiert?

Die etwa 40 Bewohner von Altschauerberg, dem betroffenen Stadtteil von Emskirchen, kennen die Probleme mit DrachenLord schon und waren durch die Veranstaltungsankündigungen im Internet vorgewarnt und die Polizei informiert. 

Etwa 10.000 Menschen hatten online zu der Veranstaltung mit dem Titel "Dem Drachen das Fürchten lehren!" zugesagt. Die Versammlung sollte vor dem Haus des YouTubers stattfinden. 

  • Das Landratsamt Neustadt an der Aisch-Bad Windsheim hatte in der vergangenen Woche ein Versammlungsverbot für den Ort erlassen, weil die Behörde Straftaten befürchtete. In den Aufrufen im Netz wurde unter anderem ein "Kampf epischen Ausmaßes" angekündigt, ein Nutzer forderte andere sogar zum Mord an dem YouTuber auf. 
  • Trotz des Versammlungsverbots kamen im Laufe des Montags zwischen 600 und 800 Menschen zum Wohnort vom DrachenLord. Die Polizei war mit mehreren Dutzend Beamten im Einsatz.

Die Polizei sprach 300 Platzverweise aus, wie ein Sprecher am Dienstag, einen Tag nach dem Vorfall, sagte. Ein Polizist sei bespuckt und beleidigt worden, und einzelne Teilnehmer hätten Böller geworfen, sodass die Feuerwehr einen kleinen Wiesenbrand löschen musste. Zudem habe es Schmierereien an einem Bushäuschen gegeben.   

Wer oder was ist der "DrachenLord" und warum wird gegen ihn demonstriert?

Der YouTuber DrachenLord1510 heißt im normalen Leben Rainer Winkler. Seit Jahren postet er immer wieder Videos bei YouTube, in denen er mit seinen extremen Ansichten provoziert – einmal bezeichnete er etwa den Holocaust als "nice Sache". Seine Gegner beschimpfen ihn und machen sich über sein Aussehen, sein Gewicht und seine Ansichten lustig. (SPIEGEL ONLINE)

Nachdem im Jahr 2013 seine Schwester anscheinend von einem seiner Zuschauer einen einschüchternden Anruf erhalten hatte, postete er ein Video, in dem er seine Zuschauer beschimpft: "Kommt zu mir und legt euch mit mir an, ich prügel' die Scheiße aus euch raus." In dem Zusammenhang nannte er auch seine genaue Adresse.

Das wurde ihm danach immer wieder zum Verhängnis. Immer wieder kamen Zuschauer zu ihm, griffen ihn an oder beschädigten sein Haus.

Wie geht es jetzt weiter?

Die Bewohner von Emskirchen sind zunehmend genervt. Restaurantbesitzer berichten, dass immer wieder Gegner von DrachenLord Rainer Winkler als Witz bei ihnen Tische auf Winklers Namen reservieren. Genauso wie im örtlichen Gasthof.

Natürlich soll das vor allem dem DrachenLord schaden, damit er im Ort Vertrauen verliert. Aber dieser Spaß geschieht auf Kosten der Bewohner von Emskirchen. 

Wie der "Bayerische Rundfunk" berichtet, hat sich die Dorfgemeinschaft inzwischen in einem Schreiben an den örtlichen Landtagsabgeordneten gewandt, in dem sie die Einschränkungen beklagen, die sie durch die Anhänger und Gegner vom DrachenLord erfahren. Sie fordern, dass Winkler entweder sicherstellt, dass keine weiteren Belästigungen der Dorfbewohner stattfinden oder er könne alternativ seine YouTube-Tätigkeit in ein Gewerbegebiet verlagern.

Auf dem Kanal vom "DrachenLord1510" steht inzwischen "Auf unbestimmte Zeit pausiert." (SPIEGEL ONLINE)


Mit Material von dpa


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