Auch in Chemnitz gab es Ausschreitungen. Die Zusammenfassung der Ereignisse in beiden Städten

Dortmund

In Dortmund haben am Freitag Dutzende Neonazis an zwei rechtsextremistischen Versammlungen teilgenommen. Die Polizei schritt ein, weil die Teilnehmer und Teilnehmerinnen Pyrotechnik zündeten. Der Aufmarsch war zuvor angekündigt worden. (Tagesspiegel)

Zahlreiche Beobachter und Politiker verlangten aber Aufklärung darüber, warum die Polizei nicht wegen der antisemitischen Parolen einschritt. 

Auf Videos bei Twitter sind Dutzende Neonazis zu sehen. Sie skandierten unter anderem "Wer Deutschland liebt, ist Antisemit" und "Nationaler Sozialismus jetzt".

Auf die Videos reagierte die Dortmunder Polizei via Twitter, und bestätigte damit indirekt, dass sie authentisch sind.

Grünen-Politiker Volker Beck erklärte, es könne nicht sein, dass sich weder Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU), noch der Innenminister von Nordrhein-Westfalen, Herbert Reul (CDU) dazu äußerten (Deutschlandfunk). Seehofer müsse deutlich machen, dass solche Vorfälle in Deutschland keinen Platz hätten.

Chemnitz

Bei einer Demonstration des rechtspopulistischen Bündnisses Pro Chemnitz haben Unbekannte ein Parteibüro der Linken beschädigt. Sie zerstörten Scheiben und bewarfen es mit Eiern, wie die Polizei SPIEGEL ONLINE mitteilte. 

Was ist über den Vorfall bekannt?

  • Der Angriff fand während der Demonstration statt, Pro Chemnitz hatte bereits zum sechsten Mal zu den Protesten aufgerufen. Thema dieses Mal: Die Freilassung eines Verdächtigen aus der Untersuchungshaft, der nach dem Tod eines 35-Jährigen am Rande des Chemnitzer Stadtfestes Ende August vorläufig festgenommen worden war.
  • In dem angegriffenen Gebäude, dem sogenannten Rothaus, haben unter anderem mehrere Landtagsabgeordnete ihre Büros. Bei den Angreifern soll es sich um rund zehn Männer gehandelt haben. Das berichtet die "Freie Presse" unter Berufung auf Zeugen.
  • 2000 Menschen nahmen an der Demo von Pro Chemnitz teil, zur Gegendemo kamen laut Polizeiangaben 400.
  • Einsatzkräfte waren rund 800 vor Ort – den Überfall auf das Linken-Büro konnten sie aber nicht verhindern.
  • Auch ein Journalist sei attackiert worden, er habe aber laut Polizei auf eine Anzeige verzichtet. 

Wir haben den Text noch einmal aktualisiert und weitere Reaktionen zu den Vorfällen in Dortmund eingefügt.


Trip

Zehn Do's & Don'ts für deinen Trip nach Vilnius

"Wohin gehst du noch gleich? Ach ja, nach Vilnius. Das ist die Hauptstadt von Lettland, oder?" So oder so ähnlich liefen die Gespräche ab, als ich für mein Auslandssemester nach Vilnius zog.

Nein, Vilnius ist nicht die Hauptstadt von Lettland. Sondern von Litauen, dem südlichsten der drei baltischen Staaten. Das Baltikum ist für viele ein blinder Fleck auf der europäischen Landkarte – irgendwo zwischen Polen und Russland. 

Ich war für fünf Monate dort und studierte an der Uni Politikwissenschaften und Kommunikationswissenschaften. Ich entschied mich für Litauen, weil ich ein Land kennen lernen wollte, über das ich bis dahin nicht viel wusste. Ich wollte mehr über die Menschen dort, ihre Einstellung zu Europa und ihre sowjetischen Vergangenheit erfahren.