Bild: Getty Images / Zach Gibson

Es ist kein Traum: Donald Trump ist zum US-Präsidenten gewählt worden. Und entgegen der ersten Hoffnungen wird seine neue Regierung aus krassen Hardlinern bestehen. Sein wichtigster Berater und künftiger Chefstratege im Weißen Haus: Steve Bannon, ein Neofaschist, Gründer der ultrarechten Hass- und Fakeseite Breitbart.

Höchste Zeit, sich näher mit Trump zu beschäftigen: Was kommt da auf uns zu? Diese Artikel helfen, Trump besser zu verstehen:

The Dawn of Pax Germanica von Paul Hockenos

Was bedeutet Trumps Wahlsieg für uns in Deutschland und Europa? Paul Hockenos versucht in seinem Artikel in "Foreign Policy", genau diese Frage zu beantworten. Er geht dabei von den Worten aus, mit denen Angela Merkel Trump am vergangenen Mittwoch zu seinem Sieg gratulierte – und bezeichnet Merkel als die "wichtigste Hüterin westlicher Werte": "Like it or not, Angela Merkel is now the main guardian of the norms, values, and institutions that make up the Atlantic alliance."

Man muss nicht seiner Meinung sein, aber Hockenos’ Analyse regt definitiv zum Nachdenken an. Er erklärt die Rollen, die Deutschland und Europa in Zukunft spielen müssen – und macht damit klar, dass Trumps Wahlsieg sehr unmittelbare Auswirkungen auf uns haben wird.

The Case Against Serving von David Luban

Donald Trump braucht jetzt schnell rund tausend Mitarbeiter, die Posten in der Regierung übernehmen. Aber was macht man, wenn man einer der Auserwählten ist? Kann man als Jurist guten Gewissens in der Trump-Regierung arbeiten – muss man es vielleicht sogar, weil man so darauf achten kann, dass Gesetze eingehalten werden? Muss man helfen, das Schlimmste zu verhindern?

Diese Fragen gelten letztlich nicht nur für die zahlreichen neuen Mitarbeiter, die Trump braucht, sondern für alle Regierungsbeamte. David Luban macht es sich nicht leicht, wenn er schließlich zu dem Ergebnis kommt: Wer mitmacht, auch um Schlimmes zu verhindern, hat trotzdem mitgemacht.

Jetzt beruhigt euch mal bloß nicht von Margarete Stokowski

Kann schon sein, dass Donald Trump künftig zahmer auftritt als im Wahlkampf. Doch der Hass seiner Anhänger, der ihn ins Amt gebracht hat, wird bleiben – das erklärt dieser Kommentar, gerade auch mit Blick auf Deutschland und die AfD.

Donald Trump will be the only US president ever with no political or military experience von Zachary Crockett

Donald Trump hat den Wahlkampf mit Emotionen gewonnen, nicht mit politischen Konzepten. Tatsächlich ist er der erste US-Präsident, der komplett ohne jegliche politische oder militärische Erfahrung ins Amt kommen wird.

Vox hält sich in seiner Analyse nicht mit langen Erklärungen auf, sondern zeigt einfach was ist: Eine Gegenüberstellung aller jetzt 45 US-Präsidenten – aufgeschlüsselt nach den Jahren, die sie in öffentlichen Ämtern und/oder im Militärdienst verbracht haben.

Lass uns Freunde werden!

Alarmism saved my family from Hitler: Why I won’t tell anyone to calm down about Trump von Hugo Schwyzer

Beobachter sagen, man muss Trump nun Zeit geben, abwarten, ob und welche seiner vielen kruden Forderungen er überhaupt umsetzen wird. Die Hoffnung vieler: Im Amt wird Trump an Realpolitik gebunden, Mauern, Deportationen und ethnische Registrierungen werden dann kaum möglich.

Der Blogger Hugo Schwyzer hält nichts von diesen Beschwichtigungen. In einem kurzen, eindringlichen Essay erinnert er an die Zeit seiner Großeltern. Die musste 1938 vor Hitler fliehen. Angst, schreibt Schwyzer, sei auch jetzt angebracht.

Was Donald Trump wirklich von sich gegeben hat:
Über mexikanische Einwanderer sagte Trump:
Über Frauen, mit denen er Sex hatte:
Über sich selbst:
Über Hillary Clinton:
Über den IS und Obama:
Über eine Mauer zu Mexiko:
Über einen Chinesen, dem er eine Wohnung verkauft hat:
Über Politiker in Washington:
Über Verlierer:
Über Bio-Essen:
Über Schwarze:
Über seine Kindheit:
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Donald Trump really doesn’t want me to tell you this, but... von Mark Bowden

Der Reporter Mark Bowden hatte im November 1996 Donald Trump ein Wochenende lang begleitet. Ziel war ein Portrait für den "Playboy". Das Portrait erschien, aber Bowden hielt einiges zurück. In der Rückerinnerung schildert er jetzt, auf wie viel "Hässlichkeit" Trumps Welt aufgebaut sei.

Bowden besuchte Trump in seinem Anwesen Mar-A-Lago in Florida. Er sieht, wie Trump mit Angestellten umgeht ("Der Weg von 'Genie' zu 'Idiot' geht blitzschnell") oder wie er immer in gutem Licht erschienen will ("Trump blieb der einzige Mensch, über den ich je geschrieben habe, der mich bestechen wollte").

5 Reasons why Trump will win von Michael Moore

Trump kam nicht aus dem Nichts. Der Dokumentarfilmer Michael Moore hat bereits im Juni eine Analyse veröffentlicht, warum Trump gewinnen wird – vier Monate vor der Wahl. Seine Begründung liefert er in fünf simplen Gründen.

Auch wenn die Wahl nun gelaufen ist: Die Punkte liefern kurz und knapp einen Einblick in die Psyche der US-Wähler. Auch wir haben uns früh mit Trumps möglichem Sieg beschäftigt: Im Februar, im Mai und zuletzt eine Woche vor der Wahl:


Tech

So erkennst du, ob es sich um einen Internet-Fake handelt

Sind Webdienste wie Facebook und Google schuld daran, dass Donald Trump der immer wieder mit Lügen um Wählerstimmen buhlte, US-Präsident werden wird? Facebook-Chef Mark Zuckerberg sagte, er persönlich denke, die Vorstellung sei "ziemlich verrückt", dass Falschmeldungen auf Facebook "die Wahl in irgendeiner Weise beeinflusst" hätten. Hat er recht?