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Wer sind Anthony Scaramucci und Sarah Huckabee Sanders?

Bei seinem ersten öffentlichen Auftritt in neuer Funktion verteilte er Handküsse an Journalisten – Donald Trumps neuer Medienexperte Anthony Scaramucci ist schon zum Auftakt ebenso bizarr wie der bisherige Sprecher Sean Spicer. Der wiederum warf sein Amt nach nur einem halben Jahr wieder hin. 

Grund dafür soll Scaramucci sein, mit dessen Besetzung zum Kommunikationschef Spicer nicht einverstanden war. Scaramucci war früher Investment-Banker, sein neuer Posten war mehrere Monate unbesetzt. Für Spicer übernimmt Sarah Huckabee Sanders den Posten der Pressesprecherin. 

Doch wer sind die beiden? Diese 5 Dinge solltest du über sie wissen:
1. Scaramucci war ursprünglich Fan von Obama und Clinton

Gute Nachrichten: Im Weißen Haus spricht jetzt wieder ein Demokraten-Unterstützer – allerdings für Trump. Denn in der Vergangenheit trommelte Anthony Scaramucci nicht nur für US-Präsident Obama ("Ich habe ihn gewählt"), sondern hoffte auch öffentlich, dass Hillary Clinton 2016 noch einmal antritt ("Sie ist unglaublich kompetent"). Kurz nach seiner Nominierungen löschte er jetzt die alten Tweets.

Etwas schwieriger wird es jedoch, seine Kritik an Donald Trump vergessen zu machen – denn die äußerte er vor laufenden Kameras im Fernsehen.

Wie Scaramucci jetzt zum Klimawandel, zum Freihandel und zu Trumps Umgang mit Frauen steht, ist nicht bekannt. Es ist aber davon auszugehen, dass er seine Meinung im neuen Job bereits aktualisiert hat. Mit dieser Art von Opportunismus passt er wieder gut zum aktuellen US-Präsidenten.

2. Auch er hat umstrittene Kontakte ins Ausland

Eine weitere Sache, die Scaramucci mit seinem neuen Chef gemeinsam hat: Auch er steht seit langem wegen umstrittenen Kontakten ins Ausland in der Kritik. Allerdings führt die Spur bei ihm nicht nach Russland, sondern nach China. Denn um für einen Job im Weißen Haus bereit zu sein, versuchte Scaramucci bereits zu Jahresbeginn, seine Anteile an der Investmentfirma SkyBridge loszuwerden. 

Käufer sollten für rund 80 Millionen US-Dollar die chinesische HNA Group sein. Diese ist vor allem für ihre enge Beziehungen zur kommunistischen Partei bekannt – weshalb der Deal bis heute nicht von den US-Behörden genehmigt wurde. Sie fürchten angeblich, dass das Geschäft ausländischen Akteuren zu viel Einfluss gibt. (Bloomberg)

3. Trumps engste Berater waren gegen ihn

Die China-Geschäft sollen auch ein Grund gewesen sein, weshalb Scaramucci bislang keinen Job in der US-Regierung bekam. Trumps Chefstratege Steve Bannon soll angekündigt haben, dass Scaramucci nur über seine Leiche einen Job im Weißen Haus bekomme. Auch Stabschef Reince Priebus gilt als Gegner des neuen Kommunikationschefs. Ein hoher Mitarbeiter des Weißen Hauses sagte dem Politmagazin Politico deshalb bereits: "Das war Mord an Reince und Bannon." 

4. Huckabee Sanders ist die Tochter eines Trump-Kontrahenten

Sarah Huckabee Sanders hat als Nachfolgerin von Sean Spicer den vielleicht unbeliebtesten Job im ganzen Weißen Haus. Doch die erst 34-jährige Republikanerin kennt den Job – bislang war sie Spicers Stellvertreterin.

Ihr Handwerk gelernt hat sie nach eigenen Angaben zu Hause, denn ihr Vater ist der frühere Gouverneur von Arkansas, Mike Huckabee. Der frühere Baptisten-Prediger wollte mehrfach US-Präsident werden – zuletzt 2016 gegen Donald Trump. Jetzt sitzt zumindest seine Tochter im Weißen Haus.

5. Beide wollen offenbar Pressekonferenzen durch TV-Shows ersetzen

Die Washington Post erklärt, welche Vorschläge Scaramucci noch vor seiner Berufung gemacht hat, um die Medienarbeit zu verbessern. Einer davon war offenbar der Plan, die klassischen Pressekonferenzen durch tägliche für das Fernsehen optimierte Veranstaltungen zu ersetzen. Bei diesen könne die Regierung Gäste einladen, möglicherweise auch demokratische Politiker. Mit ihnen soll dann über die Themen des Tages geredet werden. 

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