Tag 525.

Ein 38-Jähriger stürmt die Redaktion einer Lokalzeitung im US-Bundesstaat Maryland und tötet fünf Menschen: Diese Tat beschäftigt derzeit fast die gesamte USA, nur den US-Präsidenten Donald Trump offenbar nicht. Als Reporter ihn in Washington zur Tat und ersten Erkenntnissen befragen wollten, winkte Trump nur – und schwieg.

Was war passiert?

Am Donnerstagnachmittag (Ortszeit) drang ein Angreifer in die Redaktionsräume der "Capital Gazette" ein, einer Lokalzeitung unweit der Hauptstadt Washington. Er tötete eine Lokalreporterin, eine Verkaufsassistentin, einen Sportjournalisten, einen Leitartikel-Autoren und den stellvertretenden Chefredakteur. 

Beamte konnten ihn danach festnehmen. US-Medien zufolge hatte der 38-Jährige einen jahrelangen Rechtsstreit mit der Zeitung.

Wie reagierte Donald Trump?

Pressevertreter hatten vor dem Weißen Haus auf Trump gewartet, der mit einem Helikopter landete. Sie baten um eine Stellungnahme, Trump lief an ihnen vorbei. Er lächelte kurz, hob die Hand. Es ist unklar, ob er winkt oder die Reporter abwehren will.

Mehrmals sind Reporter zu hören, die Fragen stellen. Sie wollen wissen, ob Trump den Familien der Opfer sein Mitgefühl ausdrücken möchte. Unklar ist, ob Trump zu einem wichtigen Termin musste oder schlicht kein Interesse hatte.

Der US-Sender NBC hat die Szene gefilmt:

Warum ist das wichtig?

Trump greift regelmäßig US-Medien an, bezeichnet viele Artikel über ihn als "Fake News". Das schwächt das Vertrauen in unabhängige Medien. 

Der Angriff auf die Zeitung muss mit dieser Stimmung nicht in Zusammenhang stehen. Zum Thema wird Trumps Umgang mit den Medien nun aber trotzdem. Dass Trump auf die Tat nicht reagieren will – und später nur mit einem"Thoughts & Prayers"-Tweet antwortet – interpretieren viele Kommentatoren als Anzeichen für die medienfeindliche Haltung des US-Präsidenten.

Josh Meyer, Journalist beim Portal "Politico", fasst es so zusammen: 

"Jeder Journalist und jeder, der uns unterstützt, sollte das [Video] retweeten. Mir fällt kein einziger Präsident während meines gesamten Lebens ein, der so gehandelt hätte. Vielleicht hat er Angst vor Fragen nach einem Zusammenhang mit seiner Anti-Medien-Rhetorik?"

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Mit Material von dpa


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