Bild: epa/ Eugene Garcia
Aber Trump wohl nicht mehr verhindert wird.

Am Montag stimmen die Wahlmänner und Wahlfrauen in den USA über ihren zukünftigen Präsidenten Donald Trump ab. Es ist der letzte Schritt, damit Trump Ende Januar offiziell sein Amt antreten kann. Dabei handelt es sich eigentlich um eine reine Formsache – aber vielleicht wird es doch noch einmal spannend.

Wieso stimmen überhaupt noch einmal Wahlmänner ab?

In den USA wird nicht zwingend derjenige Präsident, der auch die meisten Wählerstimmen bekommt. Das hängt mit dem Wahlsystem zusammen. Die Bevölkerung wählt nämlich ihr Staatsoberhaupt indirekt über Wahlmänner. Das funktioniert so:

  • Jeder Bundesstaat hat je nach Bevölkerungsstärke eine bestimmte Anzahl an diesen sogenannten Elektoren.
  • Der Präsidentschaftskandidat, der die meisten Stimmen in einem Bundesstaat gewinnt, gewinnt auch gleich alle Wahlmänner für sich. Das gibt in 48 der 50 Staaten.
  • Es kann daher zu Differenzen zwischen dem echten Wahlergebnis und der Zusammensetzung der Wahlleute kommen.
  • So konnte es passieren, dass Hillary Clinton zwar mehr Wählerstimmen bekam, aber nicht zur Präsidentin gewählt wurde. Insgesamt hatte Trump etwa 2,8 Millionen Stimmen weniger.
Noch nicht ganz verstanden? Hier noch einmal die Erklärung im Video:
Wie könnten die Wahlmänner Trump noch verhindern?

Die Wahlleute stehen bei dieser Abstimmung besonders unter Druck: Clintons Vorsprung ist deutlich und Trump umstritten. Sie sind nun für viele eine Hoffnung. Fast fünf Millionen Amerikaner haben eine entsprechende Online-Petition unterschrieben, die Wahlleute berichten von zahllosen Anrufen und E-Mails, die sie erreichen (tagesschau.de)

Aber dürfen die Wahlmänner überhaupt gegen Trump stimmen?

Ja, die Berechtigung dazu hätten sie. Harvard-Rechtsprofessor und Demokrat Larry Lessig sagt: Wenn ein Kandidat sich disqualifiziere oder einfach nicht den nötigen Qualifikationen gerecht werde, dann wäre das ein Grund für Wahlmänner, gegen ihn zu stimmen. "Und genau das ist bei Trump der Fall: Das Wahlleutekollegium wurde für diese Wahl gemacht!", sagt er.

Gibt es schon Wahlmänner, die sich gegen Trump entschieden haben?

Chris Supran hat es getan. Der ehemalige Feuerwehrmann, der an 9/11 in New York zu den Rettungskräften gehörte, ist heute einer der 307 republikanischen Wahlleute. In einem Artikel für die "New York Times" schreibt er, warum er nicht für Trump stimmen werde.

Trump erfülle nicht die Kriterien für das Präsidentenamt: "Vor 15 Jahren habe ich einen Eid geschworen, mein Land und die Verfassung gegen alle äußeren und inneren Feinde zu verteidigen. Am 19. Dezember werde ich das wieder tun." (SPIEGEL ONLINE)

Wann steht das Ergebnis fest und wie wahrscheinlich ist die Ablehnung?

Erst am 6. Januar wissen wir endgültig Bescheid. Dass die Wahlmänner Trump ablehnen, wäre aber eine Sensation: In der gesamten Geschichte der USA hat bislang nur etwa ein Prozent aller Wahlleute gegen das Wahlergebnis ihres Staates gestimmt, und noch nie wurde deshalb eine Wahl entschieden. (tagesschau.de)

Und wenn das nahezu Unmögliche möglich wird? Dann entscheidet das Abgeordnetenhaus darüber, wer der nächste Präsident der USA wird. Dort haben übrigens die Republikaner eine klare Mehrheit – also die Partei, für die Trump ins Rennen gegangen ist.


Gerechtigkeit

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