Gut drei Wochen vor der US-Wahl sind Hillary Clinton und Donald Trump ein letztes Mal im TV-Duell aufeinander getroffen. Trump stand unter Druck, denn in den Umfragen liegt er weit hinter Clinton zurück. Er blieb sachlich, aber wenig überraschend. Die aggressivere hieß dieses Mal Clinton.

Die Ausgangslage:
  • Letzte Chance für Trump, sich vor einem Millionenpublikum zu behaupten: In den neuesten Umfragen lag Trump landesweit zwischen sieben und zwölf Prozentpunkte hinter Clinton.
  • Was Trump schadet: Zehn Frauen werfen Trump sexuelle Belästigung vor. Außerdem wenden sich Mitglieder der eigenen republikanischen Partei von ihm ab – aus Angst, nicht selbst wiedergewählt zu werden.
  • Was Clinton schadet: Wikileaks veröffentlicht immer neue gehackte E-Mails mit brisantem Inhalt. Zum Beispiel, dass sie sich öffentliche Reden hat finanzieren lassen.
  • Die wichtigsten Themen in der Debatte: Steuern, Einwanderung, Wirtschaft und die Außenpolitik.
1. "Ich werde mir das dann anschauen. Ich schaue es mir nicht jetzt an."

Das antwortete Trump auf die Frage, ob er den Ausgang der Wahl in jedem Fall akzeptieren werde. Trump legte sich nicht fest, er werde das Ergebnis erst nach der Wahl beurteilen.

Der Präsidentschaftskandidat der Republikaner hatte in den vergangenen Tagen bereits mehrmals behauptet, die Wahl werde manipuliert. Clinton entgegnete im TV-Duell harsch: Trump stelle die Grundwerte der US-Demokratie in Frage. (SPIEGEL ONLINE)

Waffen: Für Hillary Clinton ist Waffengewalt in den USA eine "Epidemie". Sie setzt sich für strengere Gesetze ein.
"Wir müssen die Waffen aus den Händen derer wegnehmen, die sie nicht tragen sollten."
Klima: Sie will mehr erneuerbare Energie. "Wir schulden es den zukünftigen Generationen, gemeinsam gegen den Klimawandel zu kämpfen."
Bei der Außenpolitik setzt sie auf Verständigung: "Wir müssen mit muslimischen Gemeinden daheim und im Ausland zusammenarbeiten, statt sie auszugrenzen."
Immigration: Clinton will den Zuzug von Migranten erleichtern und ihre Integration verbessern. Unregistrierte Gastarbeiter sollen schneller US-Bürger werden können.
Innenpolitik: Für Clinton ist die ungleiche Behandlung von Schwarzen und Weißen eines der größten Probleme beim Thema Innere Sicherheit.
Außerdem fordert sie eine Justizreform: "Familien werden auseinandergerissen weil zu viele Menschen inhaftiert werden.“
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2. "Putin hat keinen Respekt vor dieser Person." (Trump über Clinton) "Weil er lieber eine Marionette als Präsidenten der Vereinigten Staaten hätte." (Clinton über Trump)

Clinton rückte Trump immer wieder in die Nähe des russischen Präsidenten Wladimir Putin, den sie für die Hacker-Angriffe auf die US-Regierung, ihre demokratische Partei und ihr Wahlkampfteam verantwortlich machte. "17 Geheimdienste haben bestätigt, dass Russland sich in unseren Wahlkampf einmischt", sagte Clinton.

Was sagte Trump dazu? Er kenne Putin nicht, habe ihn nie getroffen. Er könne nichts dafür, wenn Putin nette Sachen über ihn sage. Erst nach mehreren Nachfragen kritisiert auch er den Hack. (sueddeutsche.de)

3. "Wir haben ein paar schlechte Typen hier, wir müssen sie rauswerfen."

Trump betonte, dass es an einer Mauer zu Mexiko festhalte. Aus dem Land kämen die Drogen, an denen viele Jugendliche in den USA sterben würden. Illegale Einwanderer müssten ausgewiesen werden.

Clinton hielt dagegen. Sie werde die elf Millionen illegalen Einwanderer nicht einfach so ohne eine Prüfung jedes Einzelfalls ausweisen. "Offene Grenzen" werde es aber auch mit ihr nicht geben.

Waffen: Donald Trump ist Anhänger des "Second Amendment", das US-Bürgern das Recht auf Waffen zuschreibt.
Er ist gegen strengere Waffenkontrollen: "Gesetzestreue Menschen sollen die Waffen besitzen dürfen, die sie haben wollen."
Klimapolitik: Trump hält die Erderwärmung für eine Lüge und Klimaschutz daher für unnötig.
Außenpolitik: Trump hält die Kriege im Nahen Osten für einen Fehler und den Kampf gegen die Terrormiliz "Islamischer Staat" für gescheitert.
Kriminalität: Trump fordert ein hartes Durchgreifen der Polizei.
"Wir müssen Recht und Ordnung zurückbringen. Illegale Migranten haben Waffen. Und sie erschießen Leute."
Immigration: Trump kämpft für ein verschärftes Einwanderungsgesetz und den Bau einer Mauer zu Mexiko.
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4. "Wenn er Frauen herabwürdigt, fühlt er sich größer."

Diesen Satz warf Clinton ein, als es um die Vorwürfe mehrerer Frauen ging, Trump habe sie sexuell belästigt. Das seien Lügen, entgegnete Trump: "Niemand empfindet mehr Respekt für Frauen als ich."

5. "Man kann ein Baby im neunten Schwangerschaftsmonat aus der Gebärmutter seiner Mutter reißen – das ist für mich nicht in Ordnung."

Trump betonte noch einmal, dass er Abtreibung ablehnt. Clinton hingegen lobte die Organisation "Planned Parenthood". Sie führe nicht nur Abtreibungen durch, sondern versorge Millionen Frauen mit wichtiger Gesundheitsvorsorge.

Trump will "Planned Parenthood" abschaffen. Er warf Clinton vor, dass nach ihren Vorstellungen auch noch Babys im neunten Monat abgetrieben werden könnten. Der Faktencheck der "New York Times" ergab: So etwas hat Clinton nie gesagt.

Fazit:

Trump war deutlich sachlicher, es war aber nicht der Glanzauftritt, den er gebraucht hätte, um bei den Umfragen zu Clinton aufzuschließen.

Eine Blitzumfrage von CNN ergab: 52 Prozent der Befragten finden, dass Clinton das Duell für sich entschieden hat. 39 Prozent sind für Trump. Der Rest hat keinen eindeutigen Gewinner erkannt. (bbc.com/cnn.com)

Hier könnt ihr nachlesen, was bei den anderen TV-Duellen passiert ist

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