Bild: dpa/ Larry W. Smith
Am Montag beginnen die Vorwahlen in Iowa – und es wird sich zeigen, ob die Republikaner tatsächlich hinter Trump stehen.
Was wird entschieden?

Bei der ersten Vorwahl am 1. Februar in Iowa stimmen Republikaner und Demokraten im Bundesstaat Iowa darüber ab, wer ihre Präsidentschaftskandidaten werden sollen. In den Folgemonaten wird in allen weiteren Bundesstaaten gewählt, dann erst steht der Kandidat für die eigentliche Wahl fest. Bei den Demokraten wird der offizielle Kandidat am 25. Juli festgelegt, bei den Republikanern zwischen dem 18. und 21. Juli.

Vor allem bei den Republikanern wird sich nun zeigen, ob der Bewerber Donald Trump tatsächlich beliebt ist – oder seine Popularität nur eine Seifenblase aus selbstverliebten Sprüchen, dreister Hetze und einer flotten Frisur ist.

Wie wird abgestimmt?

Die Vorwahlen innerhalb der Parteien sind nicht in der amerikanischen Verfassung verankert, haben aber eine lange Tradition. In den meisten Staaten entscheiden die Wähler in einer geheimen Abstimmung (Primary), welchen Kandidaten sie antreten lassen wollen. Einige Staaten – wie auch Iowa – nutzen das Caucus-System. Dabei stimmen nur die registrierten Wähler der Partei bei einer Versammlung auf Bezirksebene für ihren Favoriten – per Handzeichen.

(Bild: dpa / Larry W. Smith)
Wieso ist Iowa so wichtig?

Als erster Vorwahlstaat hat Iowa eine besondere Rolle im US-Wahlkampf. Es ist der Startschuss im Rennen um die Präsidentschaftskandidatur.

Seit dem Erfolg von Jimmy Carter gilt Iowa als Sprungbrett. Der damals unbekannte Gouverneur aus dem Süden konzentrierte 1976 sein knappes Wahlkampfbudget auf Iowa, knüpfte Kontakte und baute sich ein lokales Netzwerk aus Unterstützern auf. So konnte er einen Überraschungserfolg landen, der ihn zum Präsidentschaftskandidaten der Demokraten machte und schließlich ins Weiße Haus beförderte. ("The Atlantic") Auch der damals noch unbekannte Barack Obama gewann in Iowa gegen Favoritin Hillary Clinton – es war der Beginn seines Einzugs ins Weiße Haus.

Für US-Wähler ist daher klar: Was in Iowa passiert, kann den folgenden Wahlkampf entscheidend beeinflussen. Daher ist das Händeschütteln für die Kandidaten in Iowa besonders wichtig. Vielleicht ist auch das ein Grund dafür, dass Trump die letzte TV-Debatte sausen ließ und sich lieber mit Veteranen zeigte. Statt wie üblich schnell wieder mit seinem Privatflieger nach New York zu jetten, stieg er ganz volksnah in einem Motel in Sioux City ab. (SPON)

Allerdings wird in Iowa nur ein Prozent der Delegiertenstimmen vergeben. Auch die Bevölkerung des ländlichen Staats ist alles andere als repräsentativ: Die 3,1 Millionen Einwohner Iowas sind überwiegend weiß und eher wohlhabend.

Wer sind Trumps Konkurrenten?

Während sich bei den Demokraten nur fünf Politiker um die Präsidentschaftskandidatur streiten, stehen bei den Republikanern in diesem Jahr 17 Kandidaten zur Wahl. Einer von Ihnen ist der texanische Senator Ted Cruz. In einer TV-Debatte hat es zwischen Trump und Cruz bereits mächtig gekracht. Statt über politische Inhalte, stritten die beiden lieber über ihre Geburtsorte. Cruz gilt als christlicher Hardliner, daher dürften seine Chancen bei der gläubigen Bevölkerung Iowas nicht allzu schlecht stehen.

Dann ist da noch Marco Rubio, der Senator aus Florida, der sich als die republikanische Zukunft präsentiert und mit seinen lateinamerikanischen Wurzeln auf die Stimmen der hispanischen Wähler hofft. Der einzige afroamerikanische Kandidat, Ben Carson, rechnet für Iowa mit einer große Überraschung. Der Grund dafür: ungebildete Wähler. Diese seien für ihn eine größere Bedrohung als alle seine Rivalen (CNN). Mit dieser Aussage könnte sich der Mediziner aber kurz vor den Wahlen selbst ein Bein gestellt haben.

Wie stehen die Chancen für Trump?

Kurz vor Beginn der Vorwahlen ist Trump Umfragen zufolge klarer Favorit in Iowa. Demnach liegt Trump mit 31,8 Prozent klar vorn. Gefolgt von Ted Cruz (24,8 Prozent) und Marco Rubio (14 Prozent). Ben Carson, der in den Umfragen noch im November mit Trump gleich auf lag, bekommt heute nur noch 8 Prozent. Und Jeb Bush, Bruder von Ex-Präsident George W. und vor Trump heiß gehandelter Kandidat, kommt nur auf 3,8 Prozent. (realclearpolitics)

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