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Und was ihm Merkel antwortet.

Der US-Präsident betreibt seit Montag deutsche Innenpolitik. Auf Twitter hatte Donald Trump zunächst behauptet, die Bürgerinnen und Bürger würden sich gegen die Bundesregierung wenden. Schuld daran sei der starke Anstieg der Kriminalität durch Flüchtlinge – eine klare Lüge.

Nun hat Trump nachgelegt – und beharrt auf einem Anstieg der Kriminalität um zehn Prozent. Die Bundesregierung würde das verschweigen.

Das twitterte Trump:

Warum macht Trump das?

Der US-Präsident hat eine strikte Einwanderungspolitik zu verantworten – an der Grenze zu Mexiko werden derzeit ganze Familien brutal voneinander getrennt (bento). Das Vorgehen begründet Trump mit der Frage nach Sicherheit. Flüchtlinge würden Chaos bringen, Ordnung verspreche nur ein Staat ohne Zuwanderung. 

Deutschland will er nun als schlechtes Beispiel anführen. Wenn seine Regierung nicht hart durchgreifen würde, enden die USA wie Deutschland, behauptet er.

Aber stimmt das?

Nein. Die Behauptungen, die Trump aufstellt, sind falsch.

Wie kommt Trump dann auf die 10 Prozent?

Wahrscheinlich hat er sie aus einem TV-Bericht von PBS. Diesem hier:

Im Bericht geht es um den Mordfall aus Kandel – und wie Flüchtlingsgegner ihn nun für ihre Zwecke instrumentalisieren. Auch eine Studie wird im Bericht genannt, in der von einem zehnprozentigen Anstieg von Gewalttaten gesprochen wird.

Diese Studie gibt es tatsächlich. 

  1. Anders als Trump behauptet, wird sie aber nicht von deutschen Behörden verschwiegen – sondern wurde sogar von ihnen in Auftrag gegeben, nämlich vom Familienministerium. 
  2. Und anders als Trump behauptet, weist sie auch keinen Anstieg der Kriminalität in Deutschland nach – es geht schließlich nur um einen Anstieg in Niedersachsen zwischen 2015 und 2016. 

Was sagen die Forscher über die Studie?

Sie hatten speziell die Situation von Flüchtlingen in Niedersachsen untersucht.

  • Die verkürzte Antwort: Wenn mehr Flüchtlinge da sind, gibt es auch mehr Gewalttaten. 
  • Ihre komplexere Antwort: Für den Anstieg gibt es viele Gründe, sie haben mit Integration und Asylpolitik zu tun. Vorschnelle Schlüsse auf eine höhere Gewaltbereitschaft von Flüchtlingen seien falsch. 

Die Wissenschaftler argumentieren, dass viele Angriffe vor allem untereinander begangen werden – weil Flüchtlinge in Lagern auf engstem Raum zusammenleben müssen und es so schneller zu Streitigkeiten kommt. Und weil unter den Flüchtlingen überproportional viele junge Männer sind – und junge Männer, egal ob sie deutsch, syrisch, kanadisch oder schwedisch sind, generell häufiger zu Gewalt neigen.

Die Forscher empfehlen, bessere Integrationsangebote bereitzustellen und vor allem den Familiennachzug zu beschleunigen. Speziell Mütter seien wichtig:

Fehlen weibliche Bezugspersonen, "kommt die gewaltpräventive, zivilisierende Wirkung, die von Frauen ausgeht, nur sehr begrenzt zum Tragen."
Aus der Studie

Trumps Behauptung, die Kriminalität in Deutschland steige, bleibt also falsch.

Das betonte am Dienstag auch Bundeskanzlerin Angela Merkel.

Bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Frankreichs Präsident Emmanuel Macron sagte sie zu Trumps Anschuldigungen schlicht: 

Der Bundesinnenminister hat vor kurzem die Kriminalitätsstatistik vorgestellt, und die spricht für sich​.

Merkel meint die neusten Zahlen des Innenministeriums, ihnen zufolge wurden so  wenig Straftaten verübt wie seit 1992 nicht mehr. Knapp 5,7 Millionen Straftaten wurden 2017 registriert, ein Rückgang von mehr als 5 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.


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