Bild: dpa/Kay Nietfeld
Tag 515.

Der US-Präsident Donald Trump fährt eine strikte Einwanderungspolitik – an der Grenze zu Mexiko werden derzeit ganze Familien brutal voneinander getrennt (bento). Das Vorgehen begründet Trump mit der Frage nach Sicherheit. Flüchtlinge würden Chaos bringen, Ordnung verspreche nur ein Staat ohne Zuwanderung.

Als Beweis seiner flüchtlingsfeindlichen Haltung hat sich Trump nun ein neues Beispiel rausgesucht: Deutschland.

Per Twitter erklärte Trump, die Bundesrepublik stünde geradezu am Abgrund. Dann stellt er zwei Behauptungen auf – die beide gelogen sind.

Trump schrieb am Montagnachmittag:

"Die Menschen in Deutschland wenden sich von ihrer Regierung ab, seit die [Frage der] Zuwanderung die sowieso schon schwache Koalition erschüttert. Kriminalität in Deutschland ist stark angestiegen. Großer Fehler, der in ganz Europa gemacht wird, Millionen von Menschen reinzulassen, die so stark und so gewaltsam ihre Kultur verändern."

Dann legte er noch nach, er wolle so etwas in den USA nicht zulassen:

Was Trump behauptet, ist jedoch schlicht gelogen.

Ja, die Regierung ist über die Asylfrage zerstritten. Innenminister Horst Seehofer will die Grenzen schließen, Bundeskanzlerin Angela Merkel ist dagegen (Hier sind die Details dazu). Aber: 

  • Nein, die Deutschen gehen nicht auf die Barrikaden.

In einer aktuellen Umfrage der "Welt" geben zwei Drittel der Befragten an, den Asylstreit für nichts mehr als "bloße Wahlkampftaktik" der CSU zu halten. In Bayern wird im Herbst ein neuer Landtag gewählt, Seehofer will der CSU mit einer härteren Asylpolitik nachhelfen.

Auch der Anstieg der Kriminalität ist völlig aus der Luft gegriffen:

  • Nein, es gibt nicht mehr Gewalttaten seit mehr Flüchtlinge im Land sind.

Laut dem Innenministerium ist die Zahl der verübten Straftaten so niedrig wie seit 1992 nicht mehr. Knapp 5,7 Millionen Straftaten wurden 2017 gemessen, ein Rückgang von mehr als 5 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Innenminister Horst Seehofer betonte, dass die niedrige Rate sogar doppelt positiv sei – den gerade mit den vielen zugezogenen Flüchtlingen sei die Bevölkerungszahl deutlich angestiegen. Es gibt also weniger Taten bei mehr Menschen.

Das trifft auch unmittelbar auf Gewalttaten zu. Die AfD behauptet, es gäbe in Deutschland immer mehr Messerangriffe. Das stimmt nicht: Weder in Hamburg, noch in den anderen deutschen Großstädten, ist der Anteil von Stichwunden bei schweren Verletzungen in den Jahren von 2010 bis 2017 gestiegen. Das ergab eine wissenschaftlichen Datensammlung des Trauma-Registers der Deutschen Unfallchirurgen. (NDR)

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