Bild: dpa/Jussi Nukari/Lehtikuva
"Ja, ich wollte, dass er gewinnt."

US-Präsident Donald Trump hat sich in Helsinki mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin für ein Vier-Augen-Gespräch getroffen – mehr als zwei Stunden sprachen die beiden miteinander. In der anschließenden Pressekonferenz wiesen beide die Einmischung Russlands beim Präsidentschaftswahlkampf 2016 zurück. 

"Russland hat sich niemals und wird sich niemals in die inneren Angelegenheiten der USA einmischen – auch nicht bei Wahlen", sagte Putin.

Erst am Freitag hatte das US-Justizministerium den russischen Geheimdienst und damit Putins Regierung direkt für die Hackerangriffe auf Computer der US-Demokraten und Hillarys Clintons Wahlkampflager verantwortlich gemacht. Davon war auf der gemeinsamen Pressekonferenz wenig zu spüren. Hier sind die wichtigsten drei Dinge, die du über die Pressekonferenz wissen musst.

1

Putin darf sich als Vertreter einer Großmacht auf Augenhöhe präsentieren.

Russland sei nur eine Regionalmacht, so hat der ehemalige US-Präsident Barack Obama einst gespottet (SPIEGEL ONLINE). Umso mehr dürfte Putin der Auftritt an Trumps Seite gefallen haben.

  • Putin spricht während der Pressekonferenz als erstes.
  • Er mimt den Staatsmann und präsentiert Russland und die USA als gleichwertige Partner.
  • "Als die größten Atommächte haben wir eine besondere Verantwortung für die internationale Sicherheit", so der russische Präsident.
  • Gemeinsam wolle man die Probleme der Welt angehen.

Allein schon, dass Putin so auftreten darf, ist ein Erfolg für ihn.

2

Trump vermeidet es krampfhaft, Putin zu kritisieren

Bereits mit seinem vom Blatt abgelesenen Statement setzt Trump den Ton. "Unsere Beziehung war noch nie schlechter, als sie jetzt ist. Das hat sich allerdings vor etwa vier Stunden geändert."

Trump spricht davon, dass Putin geleugnet habe, sich in die US-Wahlen eingemischt zu haben. Später fragen Journalisten mehrmals nach, wem Trump denn nun glaube: den US-Geheimdiensten, die sich sicher sind, dass es eine russische Einmischung in den Wahlkampf gab, oder Putin? 

Trump weicht aus. Statt Russland für die Einmischung in den Wahlkampf zu verurteilen, redet er lieber über die E-Mail-Affäre seiner ehemaligen Kontrahentin Hillary Clinton.

Selbst bei Fox News, so etwas wie Trumps Haussender, fand man das "ekelhaft".

Überhaupt: Trump findet nur positive Worte für Putin – und das, nachdem er erst am Sonntag in einem Interview mit CBS die Europäische Union als "Gegner" bezeichnet hatte. 

3

Putin gibt zu: "Ja, ich wollte, dass Trump die Wahlen gewinnt."

Nachdem Putin mehrfach die Einmischung Russlands dementiert, fragt ihn ein Reporter, ob er wollte, dass Trump die Wahl gewinnt. Putins Antwort: "Ja, das habe ich, weil er darüber geredet hat, die Beziehungen zwischen den USA und Russland zu normalisieren." (CNN)

Der ehemalige CIA-Direktor John O. Brennan twitterte als Reaktion darauf, Putin habe Trump vollkommen in seiner Tasche. Die Pressekonferenz nannte er verräterisch.

Donald Trump’s press conference performance in Helsinki rises to & exceeds the threshold of “high crimes & misdemeanors.” It was nothing short of treasonous. Not only were Trump’s comments imbecilic, he is wholly in the pocket of Putin. Republican Patriots: Where are you???

— John O. Brennan (@JohnBrennan) 16. Juli 2018

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