Nach der absurden Pressekonferenz von Donald Trump am Donnerstag (bento) wirkte der Freitag geradezu ruhig. Doch das war er nicht.

Der Tag begann damit, dass Trump auf Twitter gegen Journalisten wetterte. Nachdem er noch am Vortag behauptet hatte, die Medien würden immer zu Unrecht klagen, er würde sie beschimpfen.

Tut er nämlich gar nicht.

Ähm – ein paar Gegenbeispiele:
Immerhin fand Trump Parteikollege John McCain die richtigen Worte.

In München begann am Freitag die Sicherheitskonferenz. Das heißt: 30 Staats- und Regierungschefs sowie 80 Außen- und Verteidigungsminister beraten über Außen- und Sicherheitspolitik. Da gibt es eigentlich einiges zu besprechen, doch Hauptthema in diesem Jahr: die USA und deren Einstellung zum Rest der Welt.

Schon der Auftakt am Freitag hatte einen Höhepunkt. Der Republikanische Senator John McCain nahm die Weltansicht von Trump Stück für Stück auseinander – und das, ohne seinen Namen ein einziges Mal zu erwähnen. (McCain.gov)

Das hat McCain gesagt:

  • Es sei schockierend, dass universelle Werte immer weniger zählten und dafür plötzlich Blutsbande und Rasse wichtiger würden.
  • Es sei "alarmierend, den Hass gegenüber Migranten und Flüchtlingen und Minderheiten zu sehen – vor allem gegenüber Muslimen".
  • Vor allem aber sei es schockierend, dass Wahrheit und Lüge immer weniger auseinander gehalten würden.
  • "Ich weigere mich, zu akzeptieren, dass unsere moralischen Werte gleichgesetzt werden mit denen unserer Gegner." Zur Erklärung: Vergangene Woche hatte Trump in einem Interview zu der Frage, wie er es fände, dass Russlands Präsident Putin ein "Killer" sei, gesagt: "Es gibt viele Killer. Wir haben auch viele Killer. Was glauben Sie – unser Land ist so unschuldig?" (bento)

Abschließend sagte McCain:

"Ja, es sind gefährliche Zeiten, aber Sie dürfen Amerika nicht abschreiben."

Es wäre für mich in Ordnung, meinen eigenen Job abzuschaffen.
Betsy DeVos, US-Bildungsministerin
US-Bildungsministerin Betsy DeVos(Bild: Carolyn Kaster/AP/dpa)
In other news: Trumps Bildungsministerin will das Bildungsministerium abschaffen.

Wie bitte? Betsy DeVos ist bereits viel kritisiert worden: für ihre fehlende Erfahrung und ihr privilegiertes Aufwachsen (SPIEGEL ONLINE). Ein aktuelles Interview mit der Milliardärin sollte Klarheit über ihre Positionen verschaffen (Axios) – und machte stattdessen vieles noch schwammiger:

  • Grundsätzlich ist DeVos der Meinung, der Staat solle keine besonders große Rolle bei der Erziehung und Bildung von Kindern und Jugendlichen einnehmen. "Es wäre für mich in Ordnung, meinen eigenen Job abzuschaffen". Also den des Bildungsministers und damit auch das Ministerium selbst.
  • Sie will selbst ihre eigenen Mittel kürzen und das Bildungsministerium "schlanker machen".
  • Und was genau plant sie für die Schulen? Es werde mehr Privatschulen und mehr virtuelle Schulen geben, so DeVos. Was genau das sei, ließ sie offen. Außerdem solle es mehr Schulen geben, die noch nicht erfunden wurden.
(Bild: Giphy )
Und was möchte sie tun, um Diskriminierung an Schulen zu verhindern?

Darauf sagte DeVos, früher habe es zwar Segregation von schwarzen Schülern gegeben und Mädchen durften nicht dieselben Sportarten ausüben wie Jungs. Doch heute sei das ja anders. Ob es denn in diesem Bereich nichts gäbe, wo es noch Bedarf gebe. "Da fällt mir nichts ein."

Hier kannst du nachlesen, was bisher passiert ist:
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Gerechtigkeit

Was die Festnahme von Journalist Deniz Yücel über die Türkei sagt
Wieder stirbt ein Stück Pressefreiheit
Was ist passiert?

Seit Tagen befindet sich der deutsch-türkische Journalist Deniz Yücel in Polizeigewahrsam. Er hatte sich am Dienstag ins Polizeipräsidium in Istanbul begeben, um Fragen der Ermittler im Zusammenhang mit der E-Mail-Affäre des türkischen Energieministers zu beantworten. Seither wird er von den Behörden festgehalten und seine Wohnung wurde durchsucht. Jetzt hat sich die Bundesregierung eingeschaltet: "Wir setzen darauf, dass in dem laufenden Ermittlungsverfahren der türkischen Behörden gegen Herrn Yücel rechtsstaatliche Regeln beachtet und eingehalten werden und er fair behandelt wird", appellierte das Auswärtige Amt. (Welt) Unter dem Hashtag #FreeDeniz haben sich Hunderte mit dem Journalisten solidarisiert.

Worum geht es?

Demiz Yücel arbeitet seit 2015 für die "Welt" als Korrespondent in Istanbul, davor war er lange Redakteur bei der "taz". Der 43-Jährige besitzt sowohl die deutsche als auch die türkische Staatsbürgerschaft. Er berichtet oft kritisch über die Türkei. Zuletzt hatte er, wie andere Reporter auch, über die E-Mails geschrieben, die das linksgerichtete türkische Hacker-Kollektiv RedHack aus dem privaten Mail-Konto von Energieminister Berat Albayrak – dem Schwiegersohn von Präsident Recep Tayyip Erdogan – besorgt hatte.