Tag 511

Nach vielen Jahrzehnten erbitterter Feindschaft haben sich die USA und Nordkorea erstmals wieder getroffen – und auf eine umfassende atomare Abrüstung geeinigt. US-Präsident Donald Trump war am Dienstag mit Nordkoreas Machthaber Kim Jong-un in Singapur zusammengekommen. (bento)

Beide Staatschefs haben sich prächtig verstanden, Menschenrechtsverletzungen waren kein Thema. Trump zeigte lieber ein skurriles Propagandavideo, mit dem er Kim beeindrucken wollte (bento). In den USA wird der Gipfel als wichtiges Zeichen der Annäherung gesehen.

Doch nun taucht ein Video auf, das bei Trump daheim auf Kritik stößt: Er salutiert vor einem nordkoreanischen General.

Die Szene wirkt wie ein schlechter Sketch: Trump hatte dem Drei-Sterne-General erst die Hand entgegen gestreckt, der Minister in Uniform hob aber die Hand zur Mütze. Also hob auch Trump die Hand zum militärischen Gruß – genau dann, als der General nun die Hand ausstreckte.

Das nordkoreanische Fernsehen zeigte die Szene am Donnerstag in einer Dokumentation über den Gipfel. Sie dauert nur wenige Sekunden, untermalt ist sie mit dramatischer Musik:

Nun streiten sich Beobachter: Darf ein US-Präsident vor dem General einer Diktatur salutieren? 

Noch dazu einer, mit der sich die USA offiziell noch im Kriegszustand befinden? 

Der US-General im Ruhestand, Paul Eaton, kritisiert das Verhalten gegenüber der "New York Times":

"Es ist gänzlich unangebracht als Oberbefehlshaber unserer Streitkräfte einem Militär des Gegners zu salutieren, vor allem, wenn es sich um ein Regime handelt, das für so viel Terror, Mord und Gewalttaten gegen das eigene Volk verantwortlich ist."

Auch der frühere Nato-Admiral James Stavridis spricht gegenüber der "Time"von einem Fehler:

"Ich habe noch nie gesehen, dass ein amerikanischer Präsidenten dem Offizier einer fremden Streitmacht salutiert, die für brutale Sklaverei und schreckliche Lager wie im Gulag steht."

Auf Twitter streiten Nutzer ebenfalls. Einige führen an, dass auch Barack Obama schon "falsch" salutiert habe – mit einem Kaffeebecher in der Hand. Als #lattesalute wurde der Aufreger damals im Netz diskutiert.

Andere sagen: Das ist nicht vergleichbar. Militärische Grüße vor dem Feind spielen in einer ganz anderen Liga.

Trump selbst hatte noch vor einigen Jahren Ex-Präsident Obama dafür kritisiert, dass er sich vor dem saudischen König verneigte:

Trumps Sprecherin Sarah Huckabee Sanders wiegelte die Sache nun auf jeden Fall ab. Die Geste sei "ein üblicher Brauch", sagte sie. 

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Retro

Astrid Lindgrens "Bullerbü"-Haus steht zum Verkauf, jetzt wirklich
Und es ist sogar ein bisschen günstiger geworden.

Für viele sind "Die Kinder von Bullerbü" fester Bestandteil ihrer Kindheit. Und so manch einer träumt sich gerne in das Dorf von Lisa, Lasse und Bosse. 

Wer möchte kann diesen Traum nun wahr machen – denn ein Haus der "Kinder von Bullerbü" steht endlich zum Verkauf.

Das Dorf, in dem es steht, heißt Sevedstrop. Für Astrid Lindgren, die Erfinderin von Bullerbü, hatte das kleine schwedische Dorf mit den drei roten Holzhäusern eine große Bedeutung. Es ist der Geburtsort ihres Vaters und Inspiration für ihre Geschichten. Außerdem ist es der Drehort der Bullerbü-Filme.