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Drei Fragen, drei Antworten zum neuen Buch

Das neue Enthüllungsbuch von Bob Woodward über US-Präsident Donald Trump hat schon vor seiner Erscheinung für heftige Reaktionen und Debatten gesorgt

Es trägt den Titel "Fear: Trump in the White House." Die Washington Post und CNN veröffentlichten bereits vor dem Erscheinen Auszüge. Es ist nicht das erste Buch über Trump, doch der Autor, Bob Woodward, macht dieses ganz besonders interessant. Er ist vielfach ausgezeichneter Journalist und war unter anderem für die Enthüllung der Watergate-Affäre verantwortlich, die Präsident Richard Nixon zu Fall gebracht hatte. 

Was steht in dem Buch?

Woodward beschreibt Trump selbst als ignoraten, wütenden Egomanen. Seine Angestellten und Berater sprechen über ihn, als sei er ein Kind und wisse nicht was er tue.

Hier sind die spannendsten Aussagen:

Ex-Wirtschaftberater Gary Cohn:

  • Cohn soll Dokumente von Trumps Schreibtisch gestohlen haben, damit dieser sie nicht unterschreibt. Es hätte sich um die Kündigung des Handelsabkommen mit Südkorea gehandelt.

Stabschef John Kelly:

  • "Er ist ein verstörter Idiot. Es ist sinnlos, ihn von allem zu überzeugen. Er ist aus den Fugen geraten. Wir sind in Crazytown. Ich weiss nicht mal, warum einer von uns hier ist. Das ist der schlechteste Job, den ich je hatte"

Ex-Anwalt John Dowd:

  • Bei einer Befragung, die Trump auf eine Anhörung im Rahmen der Russlanduntersuchungen vorbereiten sollte, brach sein Anwalt nach wenigen Minuten ab und sagte: "Sie sind ein Lügner und werden im Gefängnis landen, wenn Sie aussagen."

Verteidigungsminister James Mattis:

  • "Trump wollte Syriens Präsidenten Assad umbringen lassen". Zitat Trump: "Lasst ihn uns verdammt nochmal töten! Lass uns reingehen. Lasst uns alle umbringen."

Geschichten wie diese finden sich viele im neuen Buch. Es ist nicht das erste Mal, dass Trump hart angegriffen wird. Doch oft wurde Echtheit der Quellen in anderen Büchern in Zweifel gezogen.

Wie glaubwürdig ist das neue Trump-Enthüllungsbuch?

Woodward ist nur einer von vielen, der die scheibar chaotischen Zustände im Weißen Haus thematisiert. Zuletzt hatte der Ex-FBI-Chef James Comey eine Buch mit ähnlichem Inhalt herausgebracht. Noch bekannter ist das des Autors Michael Wolff

Insbesondere Wolffs Publikation wurde immer wieder scharf kritisiert und in Zweifel gezogen, da er bekannt für seine blühende Fantasie ist.

Beim Autor des neuen Buches, Bob Woodward ist dies anders. Er ist ein Star der verdeckten Recherche und bekannt für seine sorgfältige Arbeit und Quellenvielfalt. CNN-Reporter, die das Buch bereits lesen konnten, bentonten seine "hohe Glaubwürdigkeit." Das Besondere sei, dass Woodward alle Protagonisten mit Namen nennen könne. Dies würde Woodwards Buch von früheren unterscheiden.

Hinzu kommt, dass Woodward Trump die Möglichkeit gab, mit ihm über das Buch zu sprechen. Er versuchte einige Male ihn zu erreichen und einen Termin auszumachen. Um dies zu Beweisen, veröffentliche er mitgeschnittenes Telefonat mit Trump, bei dem klar zu werden scheint, wie chaotisch die Kommunikation im weißen Haus ist.


Welche Reaktionen gab es auf die ersten Auszüge?

Trumps Stabschef John Kelly bestritt, dass er Trump jemals als "Iditoten" bezeichnet habe. Das Buch sei nur ein "weiterer erbärmlicher Versuch, die Menschen zu beschmutzen, die Präsident Trump nahestehen, und von den vielen Erfolgen der Regierung abzulenken", so Kelly. Auch Verteidigungsminister Jim Mattis sagte aus, die Zitate über ihn würden nicht der Wahrheit entsprechen. 

Trump selbst ließ zuerst seine Sprecherin Sarah Sanders ausrichten, das Buch enthalte nichts anderes als "Lügengeschichten, viele davon von verärgerten früheren Mitarbeitern." Am späten Abend äußerte sich Trump schließlich selbst – natürlich via Twitter:

Trump bezog sich auf Mattis und Kelly und ihre Dementi. Außerdem nannte er Woodwards Buch einen "Betrug an der Öffentlichkeit" und bezeichnete ihn als Demokraten-Aktivisten . 

Das Buch "Fear: Trump in the White House" erscheint am 11. September. 

Mit Material von dpa


Food

Warum gibt es jetzt schon Weihnachtssüßigkeiten?
Spekulatius trotz Schwimmbadwetter – was ist da los?

Eigentlich fühlt sich alles noch nach Sommer an – und trotzdem konfrontieren uns Supermärkte seit ein paar Tagen mit Dominosteinen und Spekulatius. Warum werden jetzt schon Weihnachtssüßigkeiten verkauft? Und geht es immer früher los oder fühlt sich das nur so an? Wir haben Diana Marwitz gefragt, Beraterin Lebensmittel und Ernährung von der Verbraucherzentrale Brandenburg.

Wann geht es immer los mit dem Weihnachtswahn?

"Wir haben oft den Eindruck, dass der Verkauf von Weihnachtssüßigkeiten immer früher beginnt", sagt Marwitz. "Tatsächlich ist es aber so, dass der Start in der Regel auf die 35. Kalenderwoche fällt, also Ende August, Anfang September. Und das ist seit Jahren stabil." Dass wir uns dieses Jahr besonders wundern, hat auch mit dem Wetter zu tun. Am Ende eines heißen und langen Sommers fühlt sich der Verkaufsstart der Weihnachtsleckereien noch komischer an als nach einem kalten, verregneten August, in dem wir uns durchaus schon mal nach Lebkuchen und einem heißen Kakao gesehnt haben.

Gibt es jetzt schon alles – von Spekulatius bis zum Weihnachtsmann?

Nicht ganz, die Weihnachtsprodukte erobern den Markt schleichend. "Als erstes kommen Waren wie Spekulatius und Dominosteine", sagt Marwitz. "Die Hohlkörperprodukte wie Weihnachtsmänner werden erst deutlich später verkauft." Auch Adventskalender landen im September noch nicht in den Regalen – sie dürfen schließlich auch erst im Dezember gegessen werden.

"Die meisten Weihnachtsprodukte werden im Oktober und November verkauft", sagt die Expertin. "Im Dezember wird dann meistens schon viel mehr selber gebacken, danach steht vielen Menschen vorher offenbar noch nicht der Sinn." Also: Erst gibt es Produkte, die nur nach Weihnachten schmecken, aber nicht unbedingt so aussehen. Dann kommen die richtigen Schoko-Nikoläuse.

Warum beginnt der Verkauf der Weihnachtssüßigkeiten so früh?

Weil die Kunden es wollen – das behaupten zumindest die Händler. Auch Diana Marwitz kann es sich nur so erklären: "Viele Verbraucher reagieren genervt auf den frühen Start der Weihnachtsware, aber dann kaufen sie sie doch." Sie vergleicht es mit Erdbeeren im Januar: "Da schimpfen auch viele Kunden drüber, weil es nicht die richtige Jahreszeit ist und sie nicht gut sein können – aber gekauft werden sie trotzdem."

Dass es schwer ist, zu widerstehen, hat auch mit der künstlichen Verknappung zu tun. Lebkuchen und Spekulatius bekommen wir monatelang nicht. Wenn sie dann plötzlich im Regal liegen, erinnern wir uns daran, wie gut sie schmecken und greifen zu, obwohl sie eigentlich noch nicht in die Jahreszeit passen. Was es lange nicht gibt, das ist attraktiv.

Außerdem kann es passieren, dass manche Produkte kurz vor Weihnachten schon ausverkauft sind: "Wir erleben es häufig, dass besonders begehrte Waren Mitte Dezember bereits vergriffen sind, auch die Lager der Hersteller sind dann schon leer", sagt Marwitz. Wer diese Erfahrung einmal gemacht hat, lernt fürs nächste Jahr – und greift entsprechend früher zu.