Gibt es einen besseren Weg, wirtschaftliche Sanktionen zu verkünden?

Von "covfefe" bis zur Androhung eines Atomkriegs: Donald Trump hat sich auf Twitter schon so einiges geleistet.

Nun hat der US-Präsident mal wieder einen neuen Beitrag für seine Twitter-Hall of Shame abgesondert: Am Freitag kündigte er in einem Tweet Sanktionen gegen den Iran an. Mit einem selbstgebastelten "Game of Thrones"-Meme.

Wie sah das aus?

Auf dem Photoshop-Meisterwerk sehen wir Trump höchstpersönlich, der entschlossen zur Seite blickt. Über dem Bild der Schriftzug "Sanctions are coming", eine Anspielung auf das vermutlich bekannteste "Game of Thrones"-Zitat von allen, "Winter is coming". Darunter steht, im Stile einer Serienankündigung, "November 5" – nur, dass statt dem Start einer neuen Staffel eben der Start von wirtschaftlichen Sanktionen ansteht.

Und damit man die Anspielung auch auf jeden Fall versteht, haben die Social Media- und Internetkultur-Profis aus dem Weißen Haus auch die "Game of Thrones"-Originalschrift verwendet.

Sieh selbst: 

Was ist der Hintergrund des Tweets?

Die Trump-Regierung gab am Freitag bekannt, dass ab 5. November wieder wirtschaftliche Sanktionen gegen den Iran verhängt werden. Diese betreffen den Energie-, Schiffsbau-, Logistik- und Bankensektor des nahöstlichen Staates (CNN). 

Die Sanktionen waren 2015 unter Obama aufgehoben worden, unter der Bedingung, dass der Iran sein Atomprogramm international überwachen ließ. Ein Deal, den Trump Anfang des Jahres platzen ließ, weil dieser "schrecklich und einseitig" und der Iran "Sponsor des Terrors" sei.

Wie wurde Donald Trumps Post aufgenommen?

Überraschenderweise fanden viele Menschen diese Vermischung von Politik und Popkultur weniger clever als der Präsident selbst. Direkt, nachdem der Tweet online ging, hagelte es hämische Kommentare.

Manche bastelten ihre eigenen Donald Trump-Memes:

Andere empörten sich darüber, dass Trump so ein ernstes Thema wie Sanktionen in so ein "lustiges" Format packt.

Auch "Harry Potter"-Autorin J.K.Rowling mischte sich in die Diskussion ein.

Und schließlich meldeten sich Teile der "Game of Thrones"-Crew zu Wort.

Maisie Williams, Arya Stark in der Serie, antwortete Trump mit einem anderen "Game of Thrones"-Zitat: "Nicht heute", schrieb sie.

Sophie Turner alias Sansa Stark beschränkte sich auf ein schlichtes "Igitt".

Und auch der "Game of Thrones"-Sender HBO meldete sich irgendwann auf den Tweet: Wie man denn eigentlich "Markenmissbrauch" auf Dothraki sage – der fiktiven Sprache aus George R.R. Martins Büchern, auf denen die Serie basiert?

Und nun?

Ob wirklich eine Klage wegen Markenrechts-Verletzung auf Donald Trump zukommt, wissen wir nicht. Aber vielleicht wird sich der US-Präsident in Zukunft zweimal überlegen, ob Memes das richtige Kommunikationsmittel für ihn sind.

Obwohl – wahrscheinlich eher nicht.



Gerechtigkeit

Mit dieser Ampelfrau feiert Litauen 100 Jahre Frauenwahlrecht
Zwei Fragen zur Ampelfrau und Frauenrechten in Litauen

Am 2. November 1918, vor ziemlich genau 100 Jahren, schrieb Litauen das Frauenwahlrecht in seine vorläufige Verfassung. Frauen und Männer genießen seither ein gleichberechtigtes Stimmrecht in dem baltischen Staat.

In den Straßen von Vilnius, der Hauptstadt des Landes, erinnern jetzt hier und da auch Ampelfrauen – die statt der Ampelmänner leuchten – daran, wie weit die Rechte der Frauen in den vergangenen Jahren fortgeschritten sind. 

So sehen sie aus: