Bild: Susan Walsh/AP/dpa
Tag 602

US-Präsident Donald Trump zweifelt eine Studie an, nach der im vergangenen Jahr bis zu 3000 Menschen beim Hurrikan "Maria" in Puerto Rico gestorben seien. Es habe diese Toten nicht gegeben, twitterte Trump. Der Wirbelsturm war im September 2017 über Puerto Rico und die Dominikansiche Republik gezogen und hatte erhebliche Schäden angerichtet.

Was war geschehen?

Im vergangenen September war "Maria" über Puerto Rico gezogen. Der Hurrikan hatte dabei die Hurrikanstärke Vier, die zweithöchste Kategorie. Dabei richtete er große Zerstörung an. 

Die Regionalregierung des US-Außengebietes hatte nach dem Sturm zunächst die Anzahl der Toten auf 64 beziffert. Dies stimmte allerdings nicht. 

Wie die "Welt" berichtet, sei die Zahl unter anderem deshalb so niedrig ausgefallen, weil die Helfer und Ärzte vor Ort keine Anweisungen hatten, wie man Totenscheine ausfüllt

In den vergangenen Monaten hatte die Regierung von Puerto Rico zusammen mit der George-Washington-Universität eine Studie erarbeitet, die genaue Angaben darüber macht, wie viele Menschen direkt oder in Folge des Sturm gestorben sind. 

Danach sind in den sechs Monaten nach "Maria" insgesamt mindestens 2975 Menschen am Sturm selbst oder dessen Folgen, wie verschmutztes Wasser und Krankheiten, gestorben. Der Gourverneur von Puerto Rico, Ricardo Rosselló, übernahm diese Zahl als offiziell.

Warum glaubt Trump diese Zahl nicht?

Trump schrieb auf Twitter, es seien nicht 3000 Menschen auf Puerto Rico gestorben. Belege für diese These hat er keine. Er sei selbst auf der Insel gewesen und berichtet von sechs bis 18 Toten. Erst viel später hätte die Regierung angefangen "richtig große Zahlen" zu veröffentlichen, so Trump.

Trump behauptet, die Demokraten hätten die Zahl der Opfer gefälscht.

In einem zweiten Tweet behauptet Trump, die Demokraten hätten die Zahl erhöht, um ihn schlecht aussehen zu lassen, während er Milliarden von Dollar locker gemacht hätte, um Puerto Rico wieder aufzubauen. 

Dass die USA insgesamt 18 Milliarden Dollar an Puerto Rico überwiesen haben, stimmt zwar, diese Zahlungen kamen aber erst im April 2018 und damit knapp ein halbes Jahr nach dem Sturm, berichtet das Handelsblatt.

Trump schrieb zudem: "Wenn eine Person aus irgendeinem Grund stirbt, zum Beispiel aus Altersschwäche, schreibt man sie einfach auf die Liste. Schlechte Politik."

Wie reagierten andere Republikaner?

Die meisten widersprachen Trump. Der oberste Republikaner im Kongress und Sprecher des Repräsentantenhauses, Paul Ryan, sagte, er habe keinen Grund, die offizielle Todesrate zu bestreiten. Und auch der Gourverneur von Florida, Rick Scott, konnte Trump nicht folgen. Er schrieb auf Twitter: 

"Ich war sieben Mal in Puerto Rico und sah die Verwüstung aus erster Hand. Der Verlust eines jeden Lebens ist tragisch; das Ausmaß der Leben, die durch Maria verloren gegangen sind, ist herzzerreißend"

Puerto Rico ist teilweise noch immer ohne Strom und Wasser.

Selbst ein Jahr nach dem Hurrikan ist Puerto Rico noch immer von "Maria" gezeichnet. Das Land war schon vor dem Sturm in einer sehr schwierigen finanziellen Situation. Dementsprechend lange dauert der Wiederaufbau. In manchen Teilen des Landes gibt es noch immer keine Versorgung mit Strom oder fließendem Wasser, berichtet SPIEGEL ONLINE.

Einige Politiker und Medien kritisierten Trump zudem dafür, dass er bisher noch keine Maßnahmen angekündigt hat, wie die mutmaßlichen Opfer des Hurrikans "Florence", der in diesen Tagen auf die US-Ostküste trifft, helfen wird.

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