Bild: dpa/Kirsty O'connor
Die Polizei erwartet 100.000 Demonstranten.

US-Präsident Donald Trump ist zum Staatsbesuch in Großbritannien – und nur wenige Britinnen und Briten wollen ihn dort haben. Mit Protesten begleiten sie Trumps Aufenthalt, positionieren sich pfeifend entlang der Straße.

Die bisher witzigste Idee: Ein zorniges Riesenbaby, das als Ballon über London schwebt.

Aktivistinnen und Aktivisten hatten den Ballon bereits vor Wochen angekündigt, aber lange war nicht klar, ob er wirklich steigen wird. Mit Crowdfunding musste die Idee überhaupt erst finanziert werden, danach außerdem genehmigt werden. Beides ist geglückt, Londons Bürgermeister Sadiq Khan hatte diese Aktion genehmigt.

Das Riesenbaby ist sechs Meter hoch. Und seit Freitagmittag in der Luft:

In seinen Händen hält Baby-Trump ein Handy – für den Twitter-Krieg. Beim Crowdfunding wollten die Aktivistinnen ursprünglich umgerechnet rund 900 Euro einnehmen; es wurden dann ganze 35.000 Euro.

Mittlerweile plant die Gruppe dahinter, mit dem Ballon auf Weltreise zu gehen und ihn in anderen Städten steigen zu lassen. 

Hier sind Videos der Aktion:

Hier hat ABC einen Livestream für das Trump-Baby eingerichtet.

Auch sonst wird viel gegen Trump demonstriert:

Bekommt Trump den Protest überhaupt mit?

Wahrscheinlich schon. Am Freitagmittag war er mit Premierministerin Theresa May unterwegs zur Königlichen Militärakademie in Sandhurst südlich von London. Trump hob mit einem Helikopter ab, hatte also einen guten Blick über das mit Protestlern gefüllte London.

Trump war am Donnerstagabend in London angekommen – und kritisierte direkt mal seine Gastgeberin.

Trump bemängelte die Brexit-Pläne der britischen Regierung und sprach von "großem Bedauern" über den Rücktritt des Brexit-Ministers Boris Johnson. Dann sprach er May noch ihre Führungsqualitäten ab und sagte über Johnson: "Ich sage nur, dass ich denke, er wäre ein großartiger Premierminister." (SPIEGEL ONLINE)

Ein Handelsabkommen mit Großbritannien komme wohl nicht mehr infrage, sollte sich das Königreich weiter eng an die EU binden, sagte er in einem Interview der Boulevardzeitung "The Sun" gesagt:

Ich habe Theresa May gesagt, wie sie es machen soll, aber sie hat nicht auf mich gehört.
Donald Trump

Trump wird bis Samstag in Großbritannien bleiben, die letzte Station seiner Reise ist Schottland. Auch dort wollen die Menschen gegen ihn protestieren.


Gerechtigkeit

"Für diese Sache würde ich in den Knast gehen!"
Max rettet – in Deutschland als Feuerwehrmann, auf dem Mittelmeer Flüchtlinge.

Europa im Juli: In Malta steht ein Retter vor Gericht, die Schiffe sitzen im Hafen fest; der deutsche Innenminister bezeichnet Seenotretter als "Shuttle-Service"; eine deutsche Wochenzeitung diskutiert, ob man das Retten im Mittelmeer nicht lieber lassen sollte – und ob die Retter nicht alles noch schlimmer machen.

Max van Laak, 25, ist einer von ihnen.