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Guter Anlass, ihm Wirtschaftspolitik zu erklären!

China ist für US-Präsident Donald Trump der Endgegner. Egal, ob es um wirtschaftliche Schäden durch den Klimawandel geht oder um Ausfälle in der US-Wirtschaft: Für Trump stecken meistens die Chinesen dahinter. Seit Wochen befinden sich die USA daher in einem Handelsstreit mit der chinesischen Regierung.

Nun, am Rande des G20-Gipfels in Buenos Aires, saßen Trump und Chinas Staatschef Xi Jinping an einem Tisch – und schienen sich im Handelsstreit versöhnt, oder zumindest angenähert zu haben. Trump geht davon aus, dass China demnächst Zölle auf US-Waren abschaffen will. Andere sind sich nicht sicher, ob das tatsächlich so abgesprochen wurde. (FAZ)

Seinen Erfolg im Handelsstreit mit China hat Trump trotzdem auf Twitter verkündet – und sich selbst einen Heldennamen zugelegt. Der macht ihn nun zum Gespött.

In insgesamt fünf Tweets schreibt Trump darüber, dass eine Einigung mit China möglich sei. Und wenn nicht, dann mache er es dennoch möglich. In einem Tweet formuliert er daher:

"...Ich bin ein Zoll-Man. Wenn Menschen oder Länder kommen wollen, um den großen Reichtum unserer Nation zu plündern, dann will ich sie für dieses Privileg blechen lassen. Das wird am besten sein, um unsere Wirtschaftskraft zu maximieren. Wir nehmen gerade $Milliarden an Zöllen ein. MACHT AMERIKA WIEDER REICH"

Dass sich Trump als "Zoll-Man" betitelt, sorgt auf Twitter für Belustigung. Die einen machen nur ihre Superhelden-Witze... 

  • Ein Nutzer vergleicht Trump mit Iron Man, dem etwas großkotzigen Multimillionär aus dem Marvel-Universum:
  • Ein anderer macht den US-Präsident zu Superman, der engen Höschen wegen:
  • Und ein nächster Nutzer erinnert an den kürzlich verstorbenen Comic-Autoren Stan Lee, der die Geburt von Tariff Man leider nicht mehr erlebt:

...aber die anderen erklären Trump, wie Zölle wirklich funktionieren.

Was sind Zölle?

Zölle sind Abgaben auf die Einfuhr oder Ausfuhr von Waren von einem Land in ein anderes. Viele Länder bilden heutzutage eine Zollunion, um sich nicht gegenseitig zu belasten – auch die Europäische Union ist eine. Trump schafft solche Regelungen gerade wieder ab und vergibt Strafzölle. Er hofft, so einheimische Marken zu stärken und an der Einfuhr ausländischer Waren zu verdienen.

Viele sehen die Zölle allerdings kritisch. Unternehmen könnten die Kosten einfach auf das Produkt schlagen – am Ende zahlt der Verbraucher. Gleichzeitig lähmt es den Handel – und schwächt damit auch US-Firmen. (Handelsblatt)

  • Dieser Nutzer versucht entsprechend mit einem kurzen Fragespiel Donald "Zoll Man" Trump zum Nachdenken anzuregen:
  • Dieser sagt hingegen ganz deutlich, dass ein "Idiot" ist, wer nicht versteht, wer die Kosten an den Zöllen tragen muss:
  • Und diese Nutzerin unterstellt Trump, von freiem Handel einfach mal gar nichts zu verstehen:

Aber ob das Tweets sind, die sich "Zoll Man" durchliest – oder die ihn gar zum Nachdenken bewegen – werden Comic-Fans wohl nie erfahren.


Today

Dieses Wasser hat einen Preis gewonnen – dafür, dass es total bescheuert ist
Vier Fragen, vier Antworten

Herkömmliches Wasser, siebenmal so teuer: "Glacéau Smartwater" von Coca-Cola gewinnt den Goldenen Windbeutel. Organisator Foodwatch spricht von "Abzocke" - und appelliert an Einzelhändler, es aus dem Sortiment zu nehmen.

Wie wird der Goldene Windbeutel vergeben?

Der Goldene Windbeutel von Foodwatch geht 2018 an Coca-Cola. In einer Online-Abstimmung sprachen sich 30,5 Prozent der fast 70.000 Teilnehmer dafür aus, dem "Glacéau Smartwater" den Schmähpreis zu verleihen, teilte Foodwatch mit.

Zur "dreistesten Werbelüge des Jahres" macht das Wasser aus Sicht von Foodwatch, dass es nicht besser sei als herkömmliches Wasser, jedoch bis zu siebenmal so teuer. Das Bearbeitungsverfahren des Wassers sei "hanebüchen", weil es "wissenschaftlich klingt, aber völlig unsinnig ist", sagte Sophie Unger von Foodwatch. Die Verbraucherorganisation appellierte an Einzelhändler, das "Smartwater" aus dem Sortiment zu nehmen.

Warum ist das Wasser so eine Abzocke?

Für die Herstellung von "Glacéau Smartwater" wird Wasser zuerst verdampft und anschließend wieder eingefangen. Verloren gegangene Mineralstoffe werden später künstlich wieder hinzugefügt.

Der Hersteller verspricht, "inspiriert von den Wolken, die aus Wasserverdampfung und Kondensation entstehen", einen besonders "frischen und klaren" Geschmack. Kritik weist Coca-Cola zurück: Deklaration und Kennzeichnung seien transparent und entsprächen der Lebensmittelverordnung.

Was sagt Coca Cola zu den Vorwürfen?

Das Unternehmen wirft Foodwatch vor, den Coca-Cola-Konzern nur aus PR-Gründen zu nominieren, um der Preisverleihung Aufmerksamkeit zu verschaffen. "Der Erfolg des Wassers bei vielen Verbrauchern zeigt, dass das Produkt mit seinem besonderen Geschmack ankommt", heißt es vom Konzern.

Welche Produkte wurden ansonsten ausgezeichnet?

Außer dem Wasser standen vier weitere Produkte zur Auswahl, denen Foodwatch irreführende Werbung vorwirft. Der zweite Platz ging an den "Kids Tomato Ketchup" der Marke Heinz. Das speziell für Kinder beworbene Produkt kostet bis zu 40 Prozent mehr als das Produkt für Erwachsene - bei gleichen Inhaltsstoffen. Die Weltgesundheitsorganisation rät grundsätzlich davon ab, gezuckerte Ketchups wie diesen für Kinder zu bewerben.

Die Kritik an der Preisgestaltung kann die Firma Heinz nach eigener Aussage durchaus verstehen. Diese gestalte jedoch der Handel selbst, so das Unternehmen. Die Kritik am Zuckergehalt des Produktes weist Heinz zurück, da es sich bei dem Ketchup um ein um 50 Prozent zuckerreduziertes Produkt handele.

Foodwatch vergibt den Goldenen Windbeutel dieses Jahr zum achten Mal. In der Vergangenheit wurden in der Mehrheit Produkte ausgezeichnet, die für Kinder beworben wurden, darunter der Zott Monte Drink von Zott (2010) und ein Instant-Tee von Hipp (2012). Im vergangenen Jahr ging der Negativpreis bereits zum zweiten Mal an Alete – für einen gezuckerten "Kinderkeks", der für Säuglinge ab dem achten Monat beworben wurde.

Diese Produkte belegten die ersten Plätze: