Bild: Evan Vucci/AP/dpa
Das Video von der Pressekonferenz macht fassungslos.

Bei einer Pressekonferenz von US-Präsident Donald Trump ist es zu einem Schlagabtausch zwischen dem CNN-Reporter Jim Acosta und Trump gekommen. "Sie sind eine furchtbare, unverschämte Person", fuhr der Präsident den bekannten Reporter an – diesem wurde anschließend "bis auf Weiteres" die Akkreditierung entzogen.

Was ist auf der Pressekonferenz passiert?

Nach den Midterms gab der US-Präsident eine Pressekonferenz im Weißen Haus. Acosta sprach ihn dabei auf ein umstrittenes Kampagnenvideo an, in dem lateinamerikanische Migranten zu sehen sind, die als Invasoren dargestellt und mit Schwerverbrechern verglichen werden. "Die sind hunderte Meilen entfernt", so der CNN-Reporter und stellt klar: "Das ist keine Invasion." 

Trump entgegnet ihm daraufhin, dass er – Trump – das Land führe, und Acosta nur CNN – er unterstellt ihm also, keine Ahnung zu haben. Als Acosta eine weitere Frage stellen will, unterbricht ihn Trump: "Das ist genug!" Der CNN-Reporter lässt sich aber nicht beirren und spricht weiter. Als ihm eine Mitarbeiterin des Weißen Hauses das Mikrofon wegnehmen will, hält er es fest.

Schließlich lässt Trump ihn doch noch ausreden. Acosta fragt ihn, ob er nun wegen der Russlanduntersuchungen besorgt sei – das verneint Trump mit dem Hinweis, dass diese ohnehin falsch seien. Schließlich gibt Acosta das Mikrofon ab, nachdem ihm der Präsident nochmals sagt, dass dies genug sei. 

Als ein Reporter des Senders NBC das Mikrofon erhält, wendet sich Trump nochmals an Acosta: "Ich sage Ihnen, CNN sollte sich dafür schämen, dass Sie für sie arbeiten. Sie sind eine furchtbare, unverschämte Person."

Als der NBC-Kollege Acosta in Schutz nehmen will, fährt Trump auch ihn an: "Ich bin auch kein großer Fan von Ihnen."

Hier kannst du die Szene im Video sehen:

Wie wurde auf Donald Trumps Anfeindung reagiert?

CNN sprang seinem Reporter mit einer Stellungnahme zur Seite: "Die fortlaufenden Attacken des Präsidenten auf die Presse sind zu weit gegangen. Sie sind nicht nur gefährlich, sondern auch besorgniserregend unamerikanisch", heißt es darin. 

Das Weiße Haus entzog Acosta anschließend "bis auf Weiteres" seine Akkreditierung. Trumps Pressesprecherin Sarah Sanders twitterte, der Präsident glaube an eine freie Presse, man werde es allerdings "niemals tolerieren", wenn ein Reporter seine Hände an eine junge Frau lege, die nur ihren Job als Praktikantin im Weißen Haus erledige. Dazu zeigte sie eine zusammengeschnittene Version des Videos von der Situation. Ein Infowars-Moderator hatte es auf Twitter gepostet.

Acosta wiederum reagierte mit nur einem Satz auf die Vorwürfe des Weißen Hauses: "Das ist eine Lüge." 

Tatsächlich ist in dem Video der Pressekonferenz zu sehen, dass der Reporter die Mitarbeiterin des Weißen Hauses nicht aktiv anfasst. Vielmehr hält er lediglich das Mikrofon fest, als sie das erste Mal versucht, es ihm wegzunehmen. Seine linke Hand legt Acosta dabei auf den Arm der Mitarbeiterin. Beim zweiten Mal gibt er das Mikrofon ab. 

Der Verband der im Weißen Haus akkreditierten Korrespondenten (WHCA) hat den Entzug der Akkreditierung für Acosta als "schwach und fehlgeleitet" kritisiert. Den Zugang zum Weißen Haus zu widerrufen, stehe in keinem Verhältnis zu dem angeblichen Vergehen und sei "nicht akzeptabel", heißt es in einer Erklärung. Der WHCA forderte das Weiße Haus auf, die Entscheidung rückgängig zu machen. 

Mit Material von dpa


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