Bild: dpa/AP/Evan Vucci

Der Mexikaner Roberto Beristain kam vor 19 Jahren illegal in die USA. Im November stimmte seine Ehefrau Helen für Donald Trump. Nun sitzt ihr Mann in Abschiebehaft.

Helen Beristain ist eine überzeugte Unterstützerin von Donald Trumps Einwanderungspolitik. "Wir wollen keine Kartelle hier, keine Drogen in den Highschools, keine Killer nebenan", sagt Beristain. "Man will sich sicher fühlen, wenn man das Haus verlässt. Daran glaube ich fest. Und deshalb habe ich für Mr. Trump gestimmt."

Doch nun könnte ebendiese Einwanderungspolitik ihren eigenen Ehemann treffen. Roberto Beristain sitze seit dem 6. Februar in Abschiebehaft, berichtet die Lokalzeitung "South Bend Tribune". Der 43-jährige Mexikaner besuchte 1998 eine Tante in Kalifornien und blieb in den USA - illegal.

In den USA leben schätzungsweise elf Millionen Menschen ohne gültige Aufenthaltsgenehmigung. Während Präsident Barack Obama vor allem kriminelle Einwanderer abschieben ließ, hat Donald Trump die Regelungen deutlich verschärft.

Beristain wurde bereits im Jahr 2000 aufgefordert, die USA zu verlassen, berichtet das Portal "Indiana Public Media". Bei einem Urlaubstrip mit seiner Frau zu den Niagarafällen hatten die beiden die falsche Straße genommen und waren versehentlich in Kanada gelandet. Die US-Behörden stellten daraufhin fest, dass Beristain illegal im Land war. Seine Abschiebung wurde angeordnet - aber nie durchgeführt.

Der 43-Jährige hat eine Arbeitserlaubnis, einen Führerschein sowie eine Sozialversicherungsnummer und ist nicht vorbestraft. Im kleinen Örtchen Granger, Indiana, betreibt Beristain das Restaurant "Eddie's Steak Shed". Mit seiner Frau Helen hat er drei Kinder. Einmal im Jahr musste sich Beristain bei der Grenzschutzbehörde ICE melden, mehr nicht.

Doch als Beristain in diesem Jahr bei der ICE vorstellig wurde, nahmen die Beamten ihn fest. "Sie kamen aus dem Gebäude und klopften an die Autoscheibe", sagte seine Ehefrau Helen "Indiana Public Media". "Und dann sagten sie: 'Ihr Mann wurde festgenommen wegen einer Abschiebeanordnung vor sechzehneinhalb Jahren.'"

Nun kämpft die Familie juristisch gegen die Abschiebung. Helen sagt, sie verstehe nicht, warum ihr Mann abgeschoben werden solle - er sei schließlich ein renommierter Geschäftsmann und kein Krimineller. Doch Trumps neue Abschieberegeln treffen eben auch genau solche Menschen wie Roberto Beristain.

Bis ein Richter eine Entscheidung fällt, können die Beristains nur warten. Seine Frau besucht Roberto einmal pro Woche. Sie erinnert sich: "Er sagte: 'Ich habe doch nichts verbrochen. Alles, was ich getan habe, ist, in den USA sein zu wollen.'"

Dieser Artikel ist zuerst bei SPIEGEL ONLINE erschienen.

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