Bild: Getty Images / Sara D. Davis
Neuer Tag, neuer Trump-Wahnsinn

Der zweite Verfassungszusatz in den USA ist für konservative Amerikaner heilig. Er besagt, dass die Regierung in Washington das Recht auf den Besitz und das Tragen von Waffen nicht einschränken darf. Über eben diesen zweiten Verfassungszusatz hat nun der republikanische Präsidentschaftskandidat Donald Trump gesprochen – und die Anwendung des Artikels gegen seine demokratische Rivalin Hillary Clinton vorgeschlagen.

Trump hat seine Worte offenbar bewusst zweideutig gewählt:

"Hillary wants to abolish, essentially abolish the second amendmend. By the way and if she gets to pick (Buhrufe) If she gets to pick her judges nothing you can do, folks. Although the second amendment people, maybe there is. I don't know."

Die Worte lassen sich in etwa so übersetzen:

"Hillary will den zweiten Verfassungszusatz abschaffen, wirklich abschaffen. Übrigens, falls sie es schafft auszuwählen (Buhrufe) Falls sie es schafft, ihre Richter auszuwählen, kann man nichts dagegen machen, Leute. Obwohl: Es gibt die Zweite-Verfassungszusatz-Leute, vielleicht ist es das. Ich weiß nicht."

Mit Zweite-Verfassungszusatz-Leute meint Trump die Anhänger des Waffenbesitzes. Mit Richtern sind Oberste Richter gemeint, die der US-Präsident ernennt.

Der zweite Verfassungszusatz wird in den USA von vielen so interpretiert, dass sich das Volk mit Waffengewalt gegen eventuelle Despoten oder eine illegitime Regierung zur Wehr setzen könne. Deshalb gilt Trumps Äußerung als verklausulierter Aufruf zum Aufstand oder Anschlag.

Trump selbst weist dies in einer Stellungnahme zurück. Er habe die Zweite-Verfassungszusatz-Leute (also Anhänger des Verfassungsartikels) lediglich erwähnt, weil sie einen "bewundernswerten Spirit" und "große politische Kraft" hätten. Und daher würden sie für ihn stimmen. Unerwähnt lässt Trump in dem Statement, dass sich die Passage in seiner Rede ganz offensichtlich auf die Zeit nach der Wahl bezieht, wenn eine Präsidentin Clinton Oberste Richter ernennen könnte.

Clintons Wahlkampfchef Robby Mook sagte: "Was Trump sagt, ist schlicht gefährlich. Eine Person, die Präsident der Vereinigten Staaten werden möchte, sollte Gewalt in keiner Weise vorschlagen."

Der Secret Service, der für die Sicherheit des US-Präsidenten sowie die Präsidentschaftskandidaten zuständig ist, meldete sich ebenfalls zu Wort:

Mehr über die Kandidaten im Video:

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