Und wichtige Dokumente lassen sich nur noch schwer finden.

Die Website des Weißen Hauses war bislang vor allem für eins da: Den US-Bürgern alle wichtigen Dokumente ihrer Regierung schnell und übersichtlich zugänglich machen. Außerdem: Über die Termine des Präsidenten zu informieren und Videos seiner Ansprachen bereitzustellen. 

Kurz: Whitehouse.gov sollte möglichst transparent über die Entwicklungen im Weißen Haus informieren. Nun wurde die Homepage unter US-Präsident Donald Trump umgebaut. Seit Freitagabend gibt es ein neues Design und eine neue Navigation.

Das Ergebnis: Viele Nutzer finden sich nicht mehr zurecht – für manche ist es gar "kuschelige Propaganda".

So sieht die neue Homepage aus:

(Bild: Screenshot: bento)
Was sich geändert hat:
  • Die Navigation wurde erschwert. Pressestatements, Veröffentlichungen und Videos sind nun schwerer zu finden.
  • Generelle Überblicke über alle wichtigen Themen sind verschwunden, stattdessen stehen nur Trumps Lieblingsthemen im Menü – wie Innere Sicherheit oder Einwanderung.
  • Wer aktuelle Infos zu anderen Bereichen sucht, wird enttäuscht. Zum Stichwort "Klima" findet sich zum Beispiel der letzte Eintrag im Juni – als Trump den Rücktritt vom Pariser Klimaabkommen verkündete.
  • Direkt auf der Homepage ist ein Twitter-Feed auf Trumps privaten Account eingebunden – den er gerne für Hasstiraden und Beleidigungen nutzt.
  • Insgesamt ist die Homepage nun einfacher und mit weniger Inhalten bestückt. Das Design erinnert an einen Blog. Kein Wunder: Die Seite läuft mit dem Dienst WordPress.
Die ersten Besucher sind wenig beeindruckt – und vergleichen Trumps neue Seite mit einem Propagandablog:
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Bereits kurz nach Amtsantritt im Januar hatte Trump die Homepage erstmals umgestalten lassen. Direkt am ersten Tag waren die Unterseiten über Bürgerrechte, Klimawandel und Krankenversicherung verschwunden (bento). Kurz darauf wurde auch der spanisch-sprachige Bereich gelöscht (The Hill).

Doch die Seite war nur eine Zwischenlösung – nun ist der Wandel mit dem Redesign vollzogen, sagte ein Mitarbeiter dem "Washington Examiner". Die neue Seite koste sehr viel weniger Geld in der Betreuung. Von zuvor rund 6 Millionen Dollar im Jahr seien die Kosten auf die Hälfte reduziert worden.

Außerdem sei die alte Seite nicht das gewesen, "was wir brauchten, um den Menschen Inhalte zu liefern, die sie einfach aufnehmen können", sagte der Mitarbeiter. 

Auf der Website der Regierung gibt es also offenbar nun nur noch leicht verdauliche Kost.

Zum Vergleich: Auch andere Websites demokratischer Regierungen heben vor allem ihre Erfolge hervor. Sind aber gleichzeitig deutlich transparenter als die neue Trump-Seite.

  1. Auf Bundesregierung.de finden sich aktuelle Meldungen zu gelungenen Gesetzen und vorangebrachten Initiativen. Gleichzeitig finden Bürger aber Möglichkeiten, sich in verschiedenen Sprachen (darunter auch Gebärdensprache und ein leicht verständliches Deutsch) zu informieren oder Zugang zu Reden, Mitteilungen, allen verschiedenen Themenfeldern. 
  2. Auch die Website unter Ex-Präsident Barack Obama (hier eine archivierte Version) hob vor allem Erfolge hervor – war aber wesentlich aufgeräumter. Nutzer fanden zuerst ein Menü mit dem "Briefing Room" zu aktuellen Ereignissen, allen wichtigsten Themenfeldern der US-Regierung und Hintergrundinfos zur Arbeit im Weißen Haus.
Mehr zu Trumps bisherigen Entscheidungen im Amt findest du hier:
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Retro

MTV ist wieder da – mit den alten Shows. Und umsonst

Okay, ganz eventuell sind wir ein bisschen aufgeregt. 

Es gibt endlich wieder MTV als Fernsehsender! 

Und zwar nicht nur als komplette Neuauflage, sondern auch mit vielen großartigen Klassikern – von den Auto-Aufmotzern von "Pimp my Ride" bis zur Prank-Sendung "Punk'd".