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Beweise liefert er allerdings keine.
Was ist passiert:

US-Präsident Donald Trump erhebt schwere Vorwürfe gegen Barack Obama. Trump behauptet in einem Tweet, Obama habe die Telefone im Trump Tower während des Wahlkampfes abhören lasen. Es sei aber "nichts gefunden" worden.

In weiteren Tweets verglich Trump die angebliche Abhöraktion mit dem Watergate-Skandal, der zum Rücktritt des ehemaligen Präsidenten Richard Nixon geführt hatte. Trump nannte Obama "bad (or sick) guy!"

  • Laut Trump sei der Trump Tower im Oktober, also noch vor den Wahlen am 8. November, abgehört worden. Trump hatte das Gebäude als eine Art Hauptquartier für seinen Wahlkampf benutzt.
  • Am Sonntag forderte Trump eine offizielle Untersuchung. Der Kongress solle herausfinden, ob Obamas Regierung mit der angeblichen Abhöraktion ihre Befugnisse überschritten habe.

Ein Sprecher Obamas nannte die Anschuldigung "einfach falsch." Weder Obama noch irgendein anderer Mitarbeiter des Weißen Hauses habe je die Überwachung eines US-Bürgers angeordnet. (BBC)

Was bedeutet das?

Trump hat bisher keine Beweise für seine Behauptung geliefert. Seine Mitarbeiter wollen die Anschuldigungen ebenfalls nicht kommentieren.

Klar ist aber: Trump steckt in der Klemme, weil zahlreiche seiner Mitarbeiter im Wahlkampf Kontakt zur russischen Regierung hatten.

Insbesondere Trumps Justizminister Jeff Sessions steht unter Druck. Er hatte bei einer Anhörung unter Eid ausgesagt, niemals Kontakt zu russischen Regierungsmitarbeitern gehabt zu haben. Jetzt musste er zugeben, sich zwei Mal mit dem russischen Botschafter getroffen zu haben. Die Demokraten fordern deshalb seinen Rücktritt.

Ist Trump wütend auf Obama, weil dessen Mitarbeiter gezielt Informationen streuten?
  • Die Regierung Barack Obamas scheint an dieser Entwicklung nicht ganz unschuldig. Seine Leute wussten dank der niederländischen und britischen Geheimdienste offenbar von Trumps Kontakten nach Russland – und gaben diese Informationen an Ministerien und andere Zweigstellen der Regierung weiter. Das machte die "New York Times" in dieser Woche öffentlich.
  • So wollten Obamas Mitarbeiter der Zeitung zufolge sicherstellen, dass die Hinweise auf Trumps Verbindungen zu Russland nicht vernichtet würden oder verloren gingen. Diese Aktion der Obama-Regierung könnte ein Grund für Trumps Wut auf Obama sein.
Ist die Überwachung seit Langem bekannt – und völlig legal?
  • Was genau Trump mit seinen wenigen Worten meinte, ist immer noch unklar. Tatsächlich kann es aber sein, dass Trump wirklich überwacht wurde. Eine solche Aktion hätte aber vom FBI, nicht Obama, beantragt werden müssen – zum Beispiel beim geheim tagenden "Fisa"-Gericht. "Fisa" steht für "Foreign Intelligence Surveillance Court".
  • Verschiedene Medien hatten bereits berichtet, dass es mehrere solche Anträge gegeben hat. Der Grund: Die Verbindungen von Trumps Team nach Russland sollten untersucht werden.
  • Zumindest einem Antrag soll das Gericht den Berichten zufolge im Oktober stattgegeben haben. Laut der Nachrichtenseite Heatstreet standen Donald Trump selbst und mindestens drei weitere Personen aus seinem Umfeld im Zentrum der Überwachungsaktion. Der Bericht beruht lediglich auf anonymen Quellen. Sie berichteten, dass auch der Inhalt von E-Mails überwacht worden sei und nicht nur Meta-Daten abgegriffen worden seien.
  • Das FBI habe die Überwachung beantragt, um so Berichte von ausländischen Geheimdiensten über Trumps Verbindungen nach Russland überprüfen zu können, schreibt Heatstreet weiter. Von einer Überwachung der Telefone im Trump Tower ist in dem Bericht nicht explizit die Rede.
Hat Trump einfach bei Breitbart abgeschrieben?
  • Im Internet kursiert derzeit die Theorie, wonach Trumps Vorwurf sich auf einen Artikel der ultrarechten Nachrichtenseite Breitbart beziehen könnte. Der Artikel zitiert den konservativen Radiomoderator Mark Levin mit seiner Behauptung, Obama habe die Methoden eines Polizeistaats angewendet, um Informationen über Trump zu sammeln. Tatsächlich ist der Breitbart-Artikel Trumps Vorwurf inhaltlich und sprachlich ähnlich.
  • Ursprünglich geht es in dem Absatz um einen Computer-Server, trotzdem verwendet der Autor das Verb "wiretaps". Das macht Trump sich nun zu eigen und spricht vom Abhören seines Telefons.

Schon in der Vergangenheit hatte Donald Trump immer dann versucht mit Tweets die Aufmerksamkeit der Medien auf ein anderes Thema zu lenken, wenn er wegen seiner Kontakte nach Russland unter besonders großem Druck stand.

Hier kannst du nachlesen, was bisher in Trumps Amtszeit passiert ist.
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