Bild: epa/Michael Reynolds
Also ein bisschen.

Er werde Obamas Gesundheitsreform widerrufen und Hillary Clinton ins Gefängnis stecken – das waren nur zwei der Drohungen im Wahlkampf, mit denen Donald Trump Tausende Amerikaner von sich überzeugte und am Ende die Präsidentschaftswahl gewann.

In einem Interview mit dem "Wall Street Journal", dem ersten seit seinem Wahlsieg, deutete der 70-Jährige jetzt an: So radikal wird sein Politikwechsel nun vielleicht doch nicht.

Trumps Aussagen im Überblick:

Obamacare

Vor der Wahl: Während des Wahlkampfs hatte Trump immer wieder angekündigt, er werde den sogenannten Affordable Care Act komplett abschaffen. Mit dem umstrittenen Gesetz hatte der scheidende Präsident Barack Obama das amerikanische Gesundheitssystem grundlegend reformiert; es wird deshalb auch Obamacare genannt.

Nach der Wahl: In dem Interview mit dem "Wall Street Journal" sagte Trump jetzt, er überlege, Teile von Obamacare in Kraft zu lassen. Womöglich soll es Versicherern weiterhin verboten sein, Patienten wegen bestehender Krankheiten abzulehnen. Außerdem sollen Eltern eventuell auch künftig den Versicherungsschutz ihrer Kinder abdecken können. Der Stimmungswandel geht offenbar auf Trumps Treffen mit Obama am Donnerstag zurück: Trump sagte, Obama habe vorgeschlagen, zumindest diese beiden Regelungen beizubehalten.

Hillary Clinton

Vor der Wahl: Während des Wahlkamps hatte Trump immer wieder angekündigt, Hillary Clintons E-Mail-Affäre untersuchen zu lassen – und seine Konkurrentin letztendlich ins Gefängnis zu bringen.

Nach der Wahl: In dem Interview sagte Trump jetzt, das sei keine Priorität für ihn: "Ich habe nicht viele Gedanken darauf verwendet, weil ich mich um das Gesundheitssystem, Jobs, Grenzkontrollen und Steuerreformen kümmern will."

Diese Dinge hat Trump wirklich gesagt:
Über mexikanische Einwanderer sagte Trump:
Über Frauen, mit denen er Sex hatte:
Über sich selbst:
Über Hillary Clinton:
Über den IS und Obama:
Über eine Mauer zu Mexiko:
Über einen Chinesen, dem er eine Wohnung verkauft hat:
Über Politiker in Washington:
Über Verlierer:
Über Bio-Essen:
Über Schwarze:
Über seine Kindheit:
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Besteht Hoffnung, dass Donald Trump zur Vernunft kommt?

Was Trump zu Obamacare und Clinton gesagt hat, klingt zwar positiver als auf seinen Wahlkampf-Veranstaltungen. Es sollte aber nicht davon ablenken, welche Punkte noch auf seiner To-Do-Liste für die ersten 100 Tage im Amt stehen (NPR). In dem Interview mit dem "Wall Street Journal" betonte er zum Beispiel erneut, eine seiner höchsten Prioritäten sei, die USA vor illegalen Einwanderern zu schützen. Auf die Frage, ob seine Kampagnen-Rhetorik zu weit gegangen sei, sagte er: "Nein. Ich habe gewonnen."

Auch Schauspieler Christoph Waltz warnte kürzlich davor, für Trump jetzt "die Unschuldsvermutung gelten" zu lassen. "Gesagtes kann man nicht ungesagt machen", sagte er in einem Interview.



Tech

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