Vier Fragen und Antworten zum Fall.

Das "Distracted Boyfriend Meme" kursiert schon eine Weile im Netz, mittlerweile gibt es das Bild in allen möglichen Varianten. (bento

Immer zu sehen: Ein Mann, der einer vorbeigehenden Frau hinterherschaut, daneben die irritierte Freundin. 

In Schweden wurde das Meme nun für eine Werbung benutzt – und die sei sexistisch, sagt der schwedische Werberat

1 Um welche Werbung geht es? 

Ein schwedischer Internetanbieter mit dem Namen "Bahnhof" nutzte das Meme für eine Stellenausschreibung

Zu sehen: Der Freund wird als "Du" bezeichnet, die Freundin als "Dein aktueller Arbeitgeber" und die vorbeilaufende Frau als "Bahnhof". Im übertragenen Sinne: Ein Job bei dem Internetanbieter soll attraktiver sein, als deine aktuelle Stelle.

2 Warum findet der schwedische Werberat die Werbung sexistisch?

Die Nutzung des "Distracted Boyfriend Meme" sei in diesem Fall sexistisch, weil Frauen als Objekte dargestellt werden. Eine Frau als so austauschbar wie einen Arbeitsplatz darzustellen, sei erniedrigend. Negative, auf das Geschlecht bezogene Stereotypen würde durch solcherlei Werbeanzeigen bestärkt, glaubt zumindest der Werberat.  (Standard)

3 Was sagt der schwedische Internetanbieter zu den Vorwürfen?  

Bahnhof meldete sich auf Facebook zu Wort. Der Internetanbieter betonte, dass Memes zur Netzkultur dazugehörten. Jeder, der das "Distracted Boyfriend Meme" kenne, wisse auch, wie die Stellenanzeige gemeint sei. Das Unternehmen werde dafür kämpfen, Memes nach eigenen Vorstellungen zu benutzen, und werde sich nicht "zensieren" lassen, sagte der Geschäftsführer. Wenn der Werberat Bahnhof bestrafen wolle, dann doch eher dafür, ein altes Meme für seine Jobwerbung benutzt zu haben. (New York Times)

Den 15 september 2018 fälldes Bahnhof av Reklamombudsmannen för sexistisk reklam i och med ett Facebookinlägg som sa att...

Posted by Bahnhof on Monday, September 24, 2018

4 Welche Konsequenzen hat die Rüge für den Internetanbieter?

Eine ausgesprochene Rüge des Werberats bringt keine weiteren Sanktionen mit sich. Jedoch wird öffentlich über die Werbeanzeige des Unternehmens diskutiert. Ob die Werbung also potenzielle Bewerberinnen und Bewerber überzeugt, ist unklar. Das weiß auch der Geschäftsführer des Unternehmens nicht. Die Diskussion könne "schlecht oder gut sein", sagte er der "New York Times".


Today

Umweltschützerin verletzt sich bei Sturz im Hambacher Forst
Drei Fragen und Antworten zum Protest im Wald.

Im Hambacher Forst ist eine Umweltaktivistin von einer Leiter gestürzt und dabei verletzt worden. Das berichten ein Reporter der Deutschen Presse-Agentur und die Kerpener Feuerwehr. Die Süddeutsche Zeitung berichtet unter Berufung auf einen Sprecher der Feuerwehr von einer schweren Verletzung.

Die Umweltschützer protestieren im Forst dagegen, dass der Energiekonzern RWE große Teile des Waldes roden und die Braunkohleförderung fortsetzen will.

1 Wie kam es zu dem Sturz der Aktivistin?

Die Frau war von einem Baumhaus auf die Leiter getreten, um Kranarbeiten im Zusammenhang mit den Räumungen in dem Wald zu beobachten. Dabei stürzte sie aus etwa sechs Metern Höhe ab. Notärzte kümmerten sich direkt um die Frau.