Bild: dpa/Marcus Frer
Die deutsche Autoindustrie hat die Experimente offenbar finanziert.

Was ist passiert?

Ein von deutschen Autobauern finanzierter Lobbyverein hat offenbar Menschen stundenlang Stickstoffdioxid einatmen lassen. Durch die Studie sollte bewiesen werden, wie sauber Diesel-Abgase inzwischen seien. Das berichten die "Süddeutsche Zeitung" und die "Stuttgarter Zeitung". Zuvor war enthüllt worden, dass der Lobbyverein die Abgase auch an Affen getestet hatte. (bento)

Wie liefen die Tests genau ab?

  • Die "Europäische Forschungsvereinigung für Umwelt und Gesundheit im Transportsektor" (EUGT) unterstützte ein Experiment, bei dem 25 junge und gesunde Testpersonen Stickstoffdioxid einatmeten.
  • Sie wurden an einem Institut des Uniklinikums Aachen über mehrere Stunden hinweg unterschiedlichen Konzentrationen des Stoffes ausgesetzt.
  • Das US-amerikanische Lovelace Respiratory Research Institute führte die Untersuchung durch, Auftraggeber war die EUGT.
  • VW war laut dem Studienleiter dabei federführend. (SPIEGEL ONLINE)

Anschließend wurden die Testpersonen untersucht. Ergebnis: Laut EUGT konnte keine Wirkung festgestellt werden.

  • Ein Jahr später wurde die Studie veröffentlicht.
  • Der Lobbyverein wurde 2016 aufgelöst.
  • Er war 2007 von den Konzernen Daimler, VW, BMW und dem Autozulieferer Bosch gegründet worden. (Stuttgarter Zeitung)

Warum ist das wichtig?

(Bild: Getty Images/Sean Gallup)

Einerseits geht es natürlich um die möglichen gesundheitlichen Konsequenzen für die Probanden. Andererseits auch um das Verhalten der Autobauer, sie interessierten sich offenbar jahrelang nur für ihren Profit. Ethische Grenzen waren ihnen offenbar nicht so wichtig.

Besonders brisant:

  • Stickstoffdioxid ist der Schadstoff, dessen Messwerte VW in den USA jahrelang manipuliert hatte.
  • Die Grenzwerte wurden offiziell eingehalten, tatsächlich aber um ein Vielfaches überschritten.
  • Der Abgasskandal stürzte VW in eine Krise, kostete den Konzern Milliarden. (Süddeutsche Zeitung)
Die Diesel-Affäre – oder Abgasaffäre – begann im September 2015. Damals wurde bekannt, dass VW eine Schummeleinrichtung für Abgaswerte verwendete.
Diese sollte niedrigere Ausstoßwerte bei Diesel-Autos anzeigen – doch der Betrug flog in den USA auf.
Enthüllungen des SPIEGEL vom Juli 2017 zeigten: Die deutschen Autobauer VW, Audi, Porsche, BMW und Daimler haben wohl bei einer Reihe von Technikstandards Absprachen getroffen.
Dabei soll es neben der Technik auch um Kosten, Zulieferer, Märkte, Strategien und die Abgasreinigung der Dieselfahrzeuge gegangen sein.
Nun hat die Bundesregierung die Autohersteller zu einem Dieselgipfel eingeladen. Das Ergebnis: Fünf Millionen Autos müssen umgerüstet werden.
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Wie reagieren die deutschen Autobauer?

  • Bosch war offenbar nicht mehr Teil des Gremiums, als die Versuche durchgeführt worden sind. (Süddeutschen Zeitung)
  • Daimler hat sich inzwischen von den Versuchen distanziert. Man verurteile die Versuche "auf das Schärfste", sagte ein Sprecher gegenüber der Zeitung. Das Vorgehen der EUGT "widerspricht unseren Werten und ethischen Prinzipien". Es solle eine Untersuchung geben.
  • VW hatte sich zuvor für die Tests an Affen entschuldigt. (Stuttgarter Zeitung)

Trip

Lustige Geschichten, die Menschen in der Bahn erleben
Die lustigsten Bahn-Ansagen – Teil 3

Eine Reise mit der Bahn ist oft ein richtiges Erlebnis: Lustige Durchsagen, verrückte Mitfahrer – und manchmal ist es schon kurios, wenn die Bahn wider Erwarten einfach mal pünktlich ist. 

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