Fünf Antworten zur neusten Wahlumfrage

Die AfD legt in den Umfragen weiter zu. Laut des "ARD Deutschlandtrends" von Infratest dimap liegt die Partei mit 17 Prozent derzeit nur noch einen Prozent hinter der SPD. Gleichzeitig ist die AfD bei den meisten Wählern unbeliebt. Wie passt das zusammen?

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Was kam bei der Umfrage heraus?

Insgesamt wurden 1508 Personen gefragt, wen sie wählen würden, wenn am kommenden Sonntag Bundestagswahl wäre. 

Das sind die wichtigsten Ergebnisse:

  • CDU/CSU kamen nur noch auf 29 Prozent – so schlecht hat die Union noch nie abgeschnitten.
  • SPD (18 Prozent) und AfD (17 Prozent) liegen fast gleichauf.
  • Die Große Koalition würde so nur noch auf 47 Prozent kommen und hätte keine Regierungsmehrheit.
  • Die Grünen wachsen um einen Punkt auf 15 Prozent, die FDP liegt bei 7 Prozent, die Linke bei 9 Prozent.

Neben der sogenannten "Sonntagsfrage" wurden auf verschiedene Fragen zur Zufriedenheit der Arbeit der Parteien, zur Beliebtheit von Politikern und welche Themen den Wählern am wichtigsten sind, gestellt.

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Welche Themen sind am wichtigsten?

Laut den Teilnehmerinnen und Teilnehmern der Umfrage diese hier:

  1. Gesundheit und Pflege (69 Prozent)
  2. Rentenpolitik (64 Prozent)
  3. Schutz vor Kriminalität (55 Prozent)

Vergleichsweise wenig Befragte sahen die Asyl- und Flüchtlingspolitik als sehr wichtig an, nämlich nur 39 Prozent.

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Warum ist die AfD so erfolgreich?

Die AfD macht fast ausschließlich mit ihrer Flüchtlingspolitik Schlagzeilen. Und obwohl nur etwas mehr als ein Drittel dieses Thema als sehr wichtig ansehen, kommt die AfD auf fast so viele Wählerstimmen wie die SPD

Wir haben Nils Diederich, Politikwissenschaftler an der Freien Universität Berlin, gefragt. Für ihn hat der Erfolg nicht mit der Politik der AfD zu tun. Sondern mit ihrem Talent:

Diese Umfragen geben ein Stimmungsbild wieder und die AfD hat es geschafft, negative Stimmung zu erzeugen. Das ist ein langfristiger Prozess.
Nils Diederich

Start war seiner Meinung nach der "Asylschock" 2015. "Seit dem fühlen sich viele Wähler diffus unzufrieden, obwohl es uns materiell sehr gut geht."

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Warum sind so viele Wähler unzufrieden?

Diederich sieht eine Teilschuld bei der Großen Koalition

"Die Regierung hat es in den letzten Jahren einfach nicht hinbekommen, tatsächlich positive Fakten als positiv darzustellen. Darunter hat besonders die SPD gelitten. Seit dem wandern die Wähler der Sozialdemokraten zu den Grünen, den Linken oder eben zur AfD."

Dabei gehe es den Wählern weniger um die Themen der Parteien, so Diederich. "Die Koalition ist bei der letzten Wahl abgewählt worden", so Diederich. Trotzdem ist die gleiche Koalition wieder an der Macht. Jetzt würden viele Wähler nach einer Möglichkeit suchen, der Regierung zu zeigen, dass sie mit ihr unzufrieden sind. 

Die Meinungsbildung der Wähler passiere nicht nach Fachbereich, sondern nach Gesamtstimmung, so der Politikwissenschaftler. Und derzeit sei die Gesamtstimmung bei vielen Bürgern, dass die Große Koalition beendet werden müsse.

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Welche Bedeutung hat die Umfrage?

Offiziell keine. Das Institut Infratest dimap befragt die Bevölkerung jeden Monat aufs Neue, um ein politisches Stimmungsbild zu zeichnen. Richtige Wählerstimmen sind dies also nicht. 

Die nächste echte Bundestagswahl ist erst 2021. 


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