Schluchz.

In Zeiten von Amazon, Zalando und Asos als Paketzustellerin oder Paketzusteller zu arbeiten, ist hart: Hunderte Bestellungen, die zu überbringen sind, schwere Pakete und niedrige Löhne. Festangestellte erhalten nach drei Jahren ein Bruttogehalt von rund 2000 Euro. (Zeit

Ein Hamburger DHL-Bote hat sich jetzt mit einem herzlichen Brief bei seinen Kunden verabschiedet – er geht in Rente: 

Darin schreibt er, dass er nach sechs Jahren Zustellerdasein Ende April mit 65,5 Jahren in den Ruhestand geht. Er freue sich auf die Zeit mit seiner Frau, aber der Kontakt zu den Kunden, den werde er vermissen. Denn: 

Mir hat die Arbeit immer viel Freude gemacht, aber einmal muß ja Schluß sein.

Jenny hat die Notiz des Paketboten getwittert, weil der Brief sie so gerührt habe, erzählt sie. Sie sagt, dass der Bote von Anfang an freundlich war, auch als sie nach dem Umzug ständig Pakete bekam:

Wir wohnen im vierten Stock und er fragte einmal ganz kleinlaut und lieb, ob wir denn noch viele Pakete bekommen, denn er habe nicht immer die Zeit, ganz nach oben zu kommen. Das hat mich wirklich erschreckt.

Danach sei sie bei jedem Klingeln des DHL-Boten nach unten gegangen und habe ihm schwere Lieferungen an der Haustür abgenommen. Dafür habe er sich immer sehr bedankt. Dass er sich mit 59 noch dazu entschieden hat, als Paketbote körperlich schwer zu arbeiten, beeindrucke sie.

Für die DHL-Mitarbeiter, die ihren Job noch weiter machen, wird es ab Oktober 2018 eine Lohnerhöhung geben.

Nach Tarifverhandlungen zwischen DHL und der Gewerkschaft Verdi erhalten die Mitarbeiter von da an 3 Prozent, ein Jahr später weitere 2,1 Prozent mehr Gehalt. (Verdi)

Bevor der DHL-Bote in den Ruhestand geht, will Jenny ihm noch ein Geschenk als Dankeschön geben. Sie hofft, dass ihr Tweet ihre Mitmenschen zum Nachdenken bringt:

Seid nett zu euren DHL- und anderen Lieferleuten. Das sind Menschen! Menschen, die unter fiesen Bedingungen arbeiten müssen, euch aber die ganze Kacke, die ihr bestellt, zu euch nach Hause bringen.

Der Brief ihres Boten sei eben ein Zeichen dafür, dass eine lebende Person hinter der Lieferung steckt. Ein schönes Plädoyer für die Menschlichkeit. 


Grün

Hamburg bekommt ein einheitliches Mehrweg-System für Kaffeebecher
Endlich!

Allein in Hamburg werden jedes Jahr 60 Millionen Einwegbecher aus Pappe verbraucht. Verschiedene Versuche, die Müllproduktion einzudämmen gibt es bereits – jetzt soll ein einheitliches Mehrwegsystem das Problem bekämpfen. (Hamburger Abendblatt)

Die Mehrwegbecher aus recyclebarem Plastik kommen von dem Unternehmen Recup, das von der Hamburger Umweltbehörde mit bis zu 30.000 Euro unterstützt wird. Bei der bereits laufenden Kehrwieder-Aktion, an der knapp 300 Cafés und Bäckereien teilnehmen, bringen Kunden ihren eigenen Mehrwegbecher mit – das fällt bei dem neuen System jetzt weg.