Was Reichsbürger bei einer Polizeikontrolle sagen.

Die Polizei in Rheinland-Pfalz hatte Spaß mit zwei "Reichsbürgern". Auf der A63 bei Göllheim hielten die Beamte einen 54-Jährigen Autofahrer an, der seine Nummernschilder falsch herum angebracht hatte. Aus der Polizeimitteilung:

"Das Kennzeichen habe er deshalb auf dem Kopf montiert, weil hier alles durch die Alliierten auf den Kopf gestellt worden sei. Da der 54-Jährige argumentativ nicht zu überzeugen war und sich nur mit einem 'deutschen Staatsangehörigenausweis' einer Phantasiebehörde legitimieren wollte, wurde ihm die Weiterfahrt untersagt."

Die Beamten konnten bei ihrer Kontrolle am Dienstag den Reichsbürger dann doch noch dazu bringen, das Kennzeichen umzudrehen und seinen echten Führerschein vorzuzeigen. Weniger einsichtige Reichsbürger sind schon vor Gericht gelandet und verurteilt worden, weil sie die Behörden der Bundesrepublik nicht anerkennen wollen.

In den Augen der Reichsbürger besteht das Deutsche Reich fort, weil die Weimarer Verfassung vor und nach dem Zweiten Weltkrieg angeblich gar nicht abgeschafft wurde. Deutschland ist nach diesen Theorien entweder illegal oder nur eine Firma, die BRD GmbH. Also stellen sich die Reichsbürger selbst Pässe aus oder ernennen sich zum Kaiser oder zum Außenminister.

Nicht, dass irgendjemand die Laser-Gehirne und ihre selbstgemachten Dokumente ernst nehmen würde.

Kurze Zeit später geriet ein weiterer Reichsbürger in eine Kontrolle. Ausweis und Führerschein habe er grundsätzlich nicht dabei, gab er laut Polizei an.

"Außerdem werde die Bedeutung des Personalausweises total überbewertet, denn wie das Wort "Personal" schon klarstelle, sei es nichts weiter als ein Firmenausweis der "Deutschland-GmbH". Angaben zu seiner Person verweigerte der Mann, weil er bezweifelte, dass er es mit echten Polizisten zu tun habe, denn Uniformen, Waffen und Streifenwagen könne schließlich jeder einfach bei einer bekannten Auktionsplattform ersteigern."

Dabei handelte es sich aber nicht um Xavier Naidoo, der eine gewisse Sympathie für derartige Verschwörungstheorien aufbringt. Der telefonisch zu Rate gerufene Arbeitgeber des 39-Jährigen verriet dann den Beamten die Identität seines Angestellten.

Beide Reichsbürger wurden von der Polizei angezeigt, weil sie sich nicht ausweisen wollten. Außerdem schwärzten die Beamten die Reichsbürger bei den jeweiligen Führerscheinstellen an. Das könnte bedeuten, dass sie zum Idiotentest zitiert werden.

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