Stellt euch 23,7 Milliarden Euro in Münzen vor. Das muss dann ungefähr so aussehen:

So viel Geld haben Bund, Länder, Kommunen und Sozialversicherung im vergangenen Jahr mehr eingenommen, als sie ausgegeben haben – die höchsten Mehreinnahmen seit der Wiedervereinigung 1990.

Woran liegt das?

Deutschlands Wirtschaft geht es zurzeit prächtig, die Löhne steigen, es gibt mehr Jobs. Das sorgt im Umkehrschluss dann auch für mehr Steuer- und Beitragseinnahmen als gedacht.

Gleichzeitig sind die Zinssätze gerade so niedrig, dass auch der Staat beim Zurückzahlen von Krediten spart.

Klingt alles erst einmal prima.

Aber wie wird das in Zukunft aussehen? Anderen EU-Ländern ist es zum Verhängnis geworden, dass sie ihre Staatsschulden nicht im Griff hatten – wie sieht das in Deutschland aus?

Und vor allem was bedeutet der Staatshaushalt für unsere persönliche finanzielle Zukunft? Die Bevölkerung in Deutschland wird insgesamt immer älter, zugleich bekommen sie zu wenige Kinder. Durch Steuern und Beiträge zahlen die Jüngeren in die Rentenkasse ein – die, die nicht mehr arbeiten, bekommen Geld aus diesem Topf. Für die Zukunft heißt das: Immer weniger junge Menschen müssen immer mehr ältere Menschen mitfinanzieren.

Wir haben mit Kristina van Deuverden vom Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung gesprochen.
Sie sagt: Deutschland muss aufhören, so viel zu sparen.
Geht's unser Generation viel besser, als wir oft denken?

Gerade vielleicht – aber die nahe Zukunft sieht anders aus. Spätestens 2022 werden die Beitragssätze für die Rentenversicherung deutlich angehoben – zumindest wenn die Gesetze so bleiben, wie sie jetzt sind. Diese Veränderung ist bereits vielen bewusst. Was aber viele überrascht: Die Beiträge bei Krankenversicherungen werden kräftig steigen, einen kleinen Vorgeschmack davon haben viele Versicherte zu Beginn vergangenen Jahres bekommen. Bis 2025 werden die Beitragssätze zu den Sozialversicherungen um etwa vier Prozentpunkte zunehmen.

Von unserem Gehalt wird dann also wesentlich weniger übrig bleiben. Bei jemandem, der 2000 Euro brutto verdient, macht sich das natürlich weniger bemerkbar als bei jemanden, der 1000 Euro brutto bekommt.

Auch das liegt an unserer älter werdenden Gesellschaft. Unsere Lebenserwartung steigt, medizinisch ist immer mehr möglich – das kostet massiv Geld.

Wie sieht es mit dem Staatshaushalt aus – machen wir nicht immer noch viel zu viele Schulden?

Man kann Deutschlands Haushalt nicht mit unseren privaten Finanzen vergleichen. Wenn wir Schulden machen und sie im Laufe unseres Lebens nicht zurückzahlen, haben wir im Alter ein Problem. Dann leben wir in Armut. Doch der Staat geht nicht in Rente: Er lebt ja ewig.

Deswegen schauen Ökonomen beim Staatshaushalt nicht auf die reine Verschuldung sondern auf die sogenannte Schuldenstandsquote. Es bezeichnet das prozentuale Verhältnis des Schuldenstandes eines Staates zum nominalen Bruttoinlandsprodukt – setzt es also zu dem ins Verhältnis, was wir in einem Jahr erarbeiten.

Auch wenn man die Berechnungen im Detail nicht versteht, wichtig ist: Wir müssen uns um unsere Schuldenquote keine Sorgen machen. Sie liegt derzeit bei 68 Prozent und wird nach meinen Berechnungen bis 2025 auf unter 50 Prozent fallen. Das Sparen sollte nicht mehr im Fokus stehen.

Heißt das, die Regierung kann eigentlich richtig viel Kohle ausgeben?

So einfach ist das natürlich nicht. Es ist die Frage, an welchen Stellen sie investiert. Vor allem müssen wir unseren Wohlstand sichern, das wird die größte Herausforderung. Wir wollen ja schließlich, dass junge Menschen sich zum Beispiel ebenso viel leisten können wie ihre Eltern.

Das wird schwierig, wenn die Beiträge für unsere Sozialversicherungen so wachsen werden wie vorgesehen. Sie müssen ja die jungen Menschen motivieren, überhaupt noch arbeiten zu gehen, wenn die Abgaben immer steigen. Irgendwann werden sie das Gefühl haben, dass sie nicht mehr für ihr eigenes Wohl und sondern nur noch für die Rente der anderen arbeiten.

Wichtig ist auch, dass Kinder eine gute Ausbildung bekommen – das rechnet sich auch für den Staatshaushalt. Gut ausgebildete Menschen verdienen mehr und der Staat kann mehr Steuereinnahmen und Sozialabgaben kassieren. Vor allem die Ausstattung von Schulen muss sich weiterentwickeln, es geht dabei vor allem um mehr Technik und Digitalisierung. Die Anforderungen im Beruf verändern sich ständig.


Haha

Dinge, die du nur kennst, wenn du iranische Wurzeln hast
1. Die meisten iranischen Männer lieben ihre Schwiegermutter mehr als ihre eigene Frau. Das merkt man vor allem daran, dass sie die Schwiegermutter ständig in Schutz nehmen.