Kostenloses W-Lan für alle. Versprochen!

Die Deutsche Bahn ist unter Druck. Zum Beispiel durch Fernbusse. Wer während der Reise W-Lan haben will und ein bisschen aufs Geld achtet, fährt mittlerweile vielleicht lieber Bus statt Bahn.

Das hat die Deutsche Bahn auch gemerkt und einen Plan geschmiedet. Er heißt "Zukunft Bahn". Mit zahlreichen Ideen sollen der Service verbessert werden. Greifen sollen sie spätestens bis 2030. Insgesamt hat der Plan drei Stufen. Die erste: 2016 erst einmal die "Ärgernisse beseitigen".

Das plant die Bahn:
  • Im neuen ICE 4 soll die Mitnahme von Fahrrädern erlaubt werden. Jeder Zug soll acht Stellplätze bekommen. Bisher war das in ICEs nicht möglich.
  • Die Anzeigetafeln werden 2016 umprogrammiert. Die Kunden können künftig ablesen, wann die nächsten drei Züge einfahren. Auch über kurzfristige Gleiswechsel werden die Reisenden dann auf den Tafeln informiert. Zudem soll bald angezeigt werden, wenn ein Zug verspätet eintrifft und vorher ein anderer Zug von dem Gleis abfährt. Genau die Situation sorgt bisher oft für Verwirrung.
  • Die Züge sollen pünktlicher werden. Bisher kommen 74 Prozent der Fernzüge pünktlich oder mit weniger als fünf Minuten Verspätung. 2016 sollen es 80 Prozent sein, langfristig 85 Prozent.
  • W-Lan für alle: Das lange angekündigte kostenlose W-Lan in der zweiten Klasse soll im zweiten Halbjahr 2016 endlich funktionieren. Laut dem Plan soll es bis 2020 das "größte mobile W-Lan-Netz in Deutschland" werden.
  • Reisende sollen selbst einchecken können, wenn sie sich auf den von ihnen reservierten Platz setzen. Das könnte die Zugbegleiter entlasten.
  • Ein Teil der Weichen bekommt Sensoren. Sobald ein Fehler festgestellt wird, schickt die Bahn einen Monteur.
  • Die ICE-Züge werden bis zum kommenden Sommer alle repariert, derzeit fährt etwa jeder zweite Zug mit einem Mangel.
  • Die Wartebereiche in 20 der 50 meist benutzten Bahnhöfe sollen besser ausgestattet werden.
Warum muss die Bahn besser werden?

Die Konkurrenz durch Fernbusse, Mitfahrzentralen und Privatbahnen wird stärker. Außerdem wird die Bahn in diesem Jahr erstmals seit Jahrzehnten Verlust machen. Der Verlust wird laut Berichten bei knapp 1,3 Milliarden Euro liegen.

Seit dem Sommer mussten fast alle Führungskräfte das Unternehmen verlassen. Trotzdem steht der größte Teil des Umbaus noch bevor, so will die Bahn wieder konkurrenzfähig werden. Insgesamt werden 20 Milliarden Euro investiert, 5,5 Milliarden davon in den Fernverkehr. Dafür stellt die Bahn jetzt schon Geld zurück – ein Grund für den Verlust.

Die Deutsche Bahn gehört immer noch vollständig dem deutschen Staat. Trotz des Verlusts will die Bahn auch in diesem Jahr 850 Millionen Euro als Dividende an den Bund zahlen.

Lust auf News zum Wachwerden? Wir schicken dir jeden Morgen die wichtigsten Nachrichten

bento Today abonnieren