Bild: Bernd Settnik/dpa-Zentralbild/dpa

Die Kleinstadt Lebus an der Oder hat einen neuen Bürgermeister und der heißt  Detlev Frye, ist 53 Jahre alt und Mitglied in der rechtspopulistischen AfD. Dass Frye nun das Ehrenamt bekleidet, hat er den Linken und der CDU zu verdanken (Märkische Oderzeitung). Wie kann das sein?

Wer ist Frye?

Seit den Kommunalwahlen 2014 ist Frye Stadtverordneter in Lebus und Mitglied des Kreistages von Märkisch-Oderland. Die Wahl zum Bürgermeister war notwendig geworden, weil die Amtsinhaberin und ihre Stellvertreterin im Oktober ihre Mandate niedergelegt hatten. Die Stadtverordneten selbst mussten nun einen Nachfolger wählen.

Frye warb für sich, indem er sagte: Man wähle nicht die Partei, sondern entscheide sich für seine Person. Er wolle beweisen, dass er der richtige Mann für Lebus sei.

Nun ist er der erste AfD-Bürgermeister Brandenburgs.

Wer hat für ihn gestimmt?

Die Wahl fand geheim statt. Wie die "Märkische Oderzeitung" schreibt, entfielen zehn Ja-Stimmen auf Frye, drei stimmten gegen ihn. (Ein Nutzer namens Detlev Frye – eventuell sogar der neue Bürgermeister selbst – kommentiert unter dem Artikel, dass es sogar elf waren.) 

  • Vertreter der Linken und der CDU hatten aber laut Zeitungsbericht schon vor der Wahl ihre Unterstützung versichert. Nach Angaben des Landesvorstands der Linken in Brandenburg hatten zwei Stadtverordnete, die über die Liste der Linken in die Gemeindevertretung gewählt wurden, den AfD-Kandidaten unterstützt (Märkische Allgemeine). 

"Wir haben uns klar davon distanziert", sagte Landesgeschäftsführerin Anja Mayer. Man habe die beiden aufgefordert, ihre Mandate niederzulegen. Es handle sich um parteilose Kandidaten. 

  • Auch der Generalsekretär der CDU in Brandenburg habe laut "Märksicher Oderzeitung" erfolglos versucht, die eigenen Vertreter von der Unterstützung für Frye abzuhalten. 
Wie geht es jetzt weiter?

Frye bleibt vorerst nur bis Februar im Amt. Dann tritt die Stadtverordnetenversammlung erstmals im Jahr 2018 zusammen und entscheidet endgültig über den Bürgermeisterposten. 

Erst 2019 stimmen die Bürger der 3000 Einwohner großen Stadt wieder selbst bei den Kommunalwahlen ab.


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