5 Dinge, die du wissen musst

Uruguay hat es getan. Colorado und Washington auch. Deutschland sieht es gar nicht ein (bento). Aber Kanada ist kurz davor (bento). Und im Libanon wird darüber diskutiert. Es geht um die Legalisierung von Cannabis.

Libanon steht für Haschisch erster Güte.

Das meiste vom Land geerntete Cannabis geht in die Länder des Nahen Ostens. Nach Syrien. Jordanien. Ägypten. Israel. Das Problem daran: Der Anbau und der Export sind illegal – und die Staatskasse verdient daran rein gar nichts. Dabei ist der Libanon pleite. Die Legalisierung von Cannabis könnte eine ordentliche Summe in die Staatskasse schwemmen. Der Gedanke scheint Form anzunehmen.

5 Dinge, du du darüber wissen musst:

1

Cannabis soll für medizinische Zwecke erlaubt werden.

Das Parlament diskutiert über einen Gesetzentwurf, der den Anbau für medizinische Zwecke erlauben würde. Die Regierung hatte das Beratungsunternehmen McKinsey im Vorfeld untersuchen lassen, ob eine Legalisierung die Wirtschaft unterstützen könnte (bloomberg). Die klare Antwort: ja. Der libanesische Wirtschaftsminister sprach von einer "Eine-Milliarde-Dollar-Industrie".

Cannabis kann dabei helfen, chronische Schmerzen zu lindern, Angstzustände oder Übelkeit zu vermindern. Es kann auch als Schmerzmittel für Krebspatienten eingesetzt werden.

Wenn Libanon das Gesetz ändern würde, dürften Landwirte nur lizenzierte Pflanzen ausbringen und nur mit staatlicher Genehmigung arbeiten. (Süddeutsche Zeitung)

2

Es müsste eine andere Sorte angebaut werden

Im Moment haben die Züchtungen einen zu hohen THC-Anteil und zu viele halluzinogene Stoffe, die für medizinische Zwecke ungeeignet wären. Cannabis muss als Medikament nicht zwangsläufig geraucht werden, wie es sonst üblich ist. Die Pharmaindustrie ist daran interessiert, die Pflanze in Pillen oder Ölen zu verarbeiten. 

3

Das Land braucht dringend zusätzliche Einnahmen

Der Libanon ist das Land mit der dritthöchsten Staatsverschuldung weltweit. Der Tourismus ist wegen des Kriegs im benachbarten Syrien eingebrochen, die Regierung hat wenig Spielraum beim Sparen, es muss permanent Zinsen wegen der Verschuldung abbezahlen.

4

Eine Legalisierung wäre schlichtweg vernünftig

Bis vor einigen Jahren sind immer wieder Bulldozer angerückt, die Cannabisfelder zerstört haben. Es wurde auch gezielt Feuer auf Feldern gelegt. 

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Das alles hat nur kurz etwas gebracht. Das Land kommt aber grundsätzlich nicht gegen den Anbau an.

5

Aber: Bauern könnten unter der Legalisierung leiden

Für die Landwirte im Bekaa-Tal ist der Hanf-Anbau manchmal die einzige Einnahmequelle – und damit die einzige Möglichkeit zu überleben. Der Libanon ist der weltweit drittgrößte Cannabis-Produzent. Der Handel im Untergrund floriert seit Jahrzehnten. Wenn das Gesetz den Anbau legalisieren würde, könnten die kleinen Bauern von größeren Firmen verdrängt werden. 


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