Bild: Oliver Berg/dpa
Mindestens ein Jahr lang wird der Hambacher Forst wahrscheinlich nicht gerodet – das sind die Gründe

Der Hambacher Forst wird wohl vorerst nicht abgeholzt werden. Ein Urteil des Oberverwaltungsgericht Münster stoppte die Rodung vorerst. Es könnte die die Abholzung um mindestens ein Jahr verzögern oder ganz verhindern. Das ergaben Recherchen des SPIEGEL. RWE selbst rechnet damit, dass der Rodungstopp "möglicherweise erst Ende 2020" aufgehoben werde. Das teilte das Unternehmen am Freitag mit.

Warum die lange Verzögerung?

Laut des Eilantrages des Bundes für Umwelt- und Naturschutz (BUND), dem das Gericht am Morgen entsprochen hatte (bento), müsse zunächst geprüft werden, ob die Rodung durch den Energieversorger RWE rechtmäßig wäre. Da dies aber ein sehr komplexer Vorgang sei, müsse bis die Untersuchungen abgeschlossen sind, die Rodung gestoppt werden.

Der SPIEGEL berichtet nun, dass sich die Rodung somit um mindestens ein Jahr verzögern werde. Das Magazin beruft sich dabei auf Personen, die mit dem Vorgang vertraut seien. Der Grund: Die zulässige Rodungssaison geht nur von Oktober bis März. Da der Rechtsfall sehr aufwendig sei, werde ein Urteil nicht vor Frühjahr 2019 erwartet. Dann ist die Saison aber schon vorbei. Also könnte RWE die Rodung frühestens im Oktober 2019 fortsetzen. 

Könnte der Hambacher Forst doch bestehen bleiben?

Auch das sei möglich. Laut des Eilbeschluss hat RWE nicht ausreichend belegt, dass bei einem vorläufigen Rodungsstopp die Energieversorgung des Landes NRW gefährdet wäre. 

Der BUND hat durch den Eilbeschluss nun Zeit gewonnen, um den Wald ganz zu retten. Dafür muss die Vereinigung beweisen, dass der Hambacher Forst unter die sogenannte "Flora-Fauna-Habitat-Richtlinie" der Europäischen Union fällt. Sollte der BUND dies beweisen, dürfte der Wald aus Naturschutzgründen gar nicht abgeholzt werden.

Unklar ist, ob die Großdemonstration am Hambacher Forst am Samstag stattfinden darf. Die Polizei  verbot diese zunächst, da die öffentliche Sicherheit nicht gewährleistet werden könne. Der Veranstalter hatte bis zu 20.000 Demonstranten erwartet.

UPDATE:

Wie das Verwaltungsgericht Aachen am Nachmittag mitteilte, darf die Demonstration am Samstag stattfinden. Trotz Sicherheitsbedenken kündigte die Polizei an, die Entscheidung zu akzeptieren.



Gerechtigkeit

Eine 25-Jährige bekommt den Friedensnobelpreis – mit dieser Rede ließ sie alle verstummen
Der IS nahm Nadia Murad gefangen, jetzt kämpft sie gegen sexualisierte Gewalt.

Sie kämpft gegen sexualisierte Gewalt und Kriegsverbrechen an den Jesiden durch den Islamischen Staat – jetzt erhält sie den Friedensnobelpreis. Das Komitee in Oslo hat die 25-jährige Nadia Murad als diesjährige Preisträgerin bekanntgegeben.

Wer ist Nadia Murad?

  1. Nadia Murad stammt aus einem kleinen Dorf im Nordirak.
  2. Sie gehört zu der Glaubensgruppe der Jesiden.
  3. Als der Islamische Staat ihr Dorf überfiel, geriet sie in Gefangenschaft.
  4. Sie wurde über Wochen gequält, erniedrigt und vergewaltigt.
  5. Nachdem sie aus der Gefangenschaft fliehen konnte, begann sie, über ihre Erlebnisse zu berichten und sich für die Jesiden einzusetzen.
  6. Sie macht als UN-Sonderbotschafterin auf die Qualen der IS-Opfer aufmerksam. 

Im Dezember 2016 hielt sie eine bewegende Rede, die das Europaparlament verstummen ließ: