Bild: Oliver Berg/dpa

Der gesetzliche Mindestlohn von derzeit 8,84 Euro soll in zwei Stufen steigen: Ab 2019 soll er auf 9,19 Euro und ab 2020 auf 9,35 Euro brutto die Stunde erhöht werden. (SPIEGEL ONLINE)

Noch ist das nur eine Empfehlung der Mindestlohnkommission. Es ist aber davon auszugehen, dass die Bundesregierung dieser Empfehlung folgt, hat sie doch selbst diese Kommission eingerichtet. Per Verordnung kann sie dann umgesetzt werden.

Wie kommt die Mindestlohn-Kommission auf ihre Empfehlung?

Das Gremium orientiert sich bei seinem Vorschlag an der Entwicklung der Tariflöhne. Es muss dabei mehrere Faktoren berücksichtigen: 

  • den Mindestschutz der Arbeitnehmer, 
  • faire Wettbewerbsbedingungen und 
  • das Ziel, Beschäftigung nicht zu gefährden

Dabei gibt es einen gewissen Spielraum, was genau in die Berechnung eingeht. Laut Statistischem Bundesamt ergibt sich so die vorgeschlagene Erhöhung von derzeit 8,84 Euro auf zunächst 9,19 Euro brutto pro Stunde ab 2019.

Gilt der gesetzliche Mindestlohn für alle oder gibt es Ausnahmen?

Es gibt Ausnahmeregelungen:

  • Der gesetzliche Mindestlohn gilt zunächst für alle volljährigen Arbeitnehmer. 
  • Langzeitarbeitslosen muss er in den ersten sechs Monaten im neuen Job allerdings nicht ausgezahlt werden. 
  • Ebenso ausgenommen sind Azubis und Praktikanten, deren Praktikum weniger als drei Monate dauert. 

Gibt es Kritik an der Anhebung?

Ja. Der Sozialverband VdK sagt, sie sei zu gering. Der Mindestlohn müsse auf jeden Fall Vollzeitbeschäftigten ermöglichen, für ihren Lebensunterhalt sorgen zu können und nebenbei Geld für die Rente abzwacken zu können. Das sei beim jetzigen und auch beim zukünftigen Mindestlohn nicht möglich. Er müsse mindestens über zwölf Euro liegen. 

Die Partei Die Linke stimmt dem Verband zu. Sie halten die Ausnahmeregelungen für etwa Langzeitarbeitslose zudem für diskriminierend.


Mit Material von dpa


Sport

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