Bild: Imago
Die Geburtstagsgala des Fußballvereins sorgt für Empörung.

125 Jahre Vereinsgeschichte – die wollte der Schweizer Fußballverein FC Basel feiern. Zur großen Geburtstagsgala am 15. November lud man unter anderem die erste Herrenmannschaft ein. Dazu Vertreter anderer Fussballvereine sowie ehemalige Trainer und Spieler. Sogar Fans konnten an der Gala teilnehmen, allerdings mussten sie sich dafür ein Ticket kaufen. Es gab reichlich Essen und Trinken, mehr als 1000 Gäste durften laut BBC teilnehmen.

Brisant ist, wer nicht mitfeiern durfte: die Frauenmannschaft des FC Basel. 

Auch sie spielt in der ersten Liga, steht momentan auf dem vierten Platz. Statt wie die Männer das gute Essen zu genießen, mussten die Spielerinnen allerdings Tombola-Lose verkaufen. Für sie gab es nur Sandwiches in einem Nebenraum. So berichtet es das Baseler Online-Magazin "Prime News", das einen Mitarbeiter vor Ort hatte.

Deshalb steht der FC Basel nun in der Kritik.

Im Saal scheint das nicht besonders viele Menschen gestört zu haben, aber in den sozialen Netzwerken machen die Fans ihrer Wut Luft. Der Vorwurf: Der FC Basel hat den Grundgedanken der Gleichberechtigung offenbar nicht wirklich verstanden.

(Bild: Facebook)
(Bild: Facebook)


Was sagt der Verein dazu?

In einem Statement lobte der Verein zunächst den Einsatz der Frauen. Sie hätten sich freiwillig zum Tombola-Verkauf bereit erklärt und seien "ihre Aufgabe mit viel Engagement angegangen." Die Jubiläumsgala habe 250.000 Franken eingebracht, das sind umgerechnet etwas mehr als 220.000 Euro. Das Geld komme dem FCB-Dream-Team "und der Nachwuchsabteilung zu Gute, zu welcher auch die FCB-Frauen gehören", ließ der Verein ausrichten. Im Klartext: Die Frauen sammelten Geld für sich selbst und die Jugendteams, während die Herren speisten. (Prime News)

Weil man der Öffentlichkeit so viele Tickets wie möglich zur Verfügung stellen wollte, seien außer der ersten Mannschaft, der Vereinsführung und dem Management keine Vereinsmitglieder mehr eingeladen worden, hieß es weiter.

Elisabeth Schneider-Schneiter, Politikerin der Christlichdemokratischen Volkspartei, ist selbst Fan des FC Basel. "Ich würde sagen, dass der FC Basel ein sehr, sehr schlechtes Vorbild für unsere Gesellschaft ist, weil unsere Verfassung die Gleichberechtigung von Frauen und Männern vorschreibt", sagte sie CNN. Sie sei irritiert und möchte sich nun beim Präsidenten des Vereins beschweren.

Immerhin: 2019 soll es eine Feier für alle Teams und Angestellte des Vereins geben (CNN). Dann könnte es auch für die Spielerinnen mehr geben als nur Sandwiches.


Gerechtigkeit

Eskalation auf den Champs Élysées: Warum Tausende Franzosen gegen Macron demonstrieren
Die Geschichte in 14 Bildern

In Paris haben Tausende gegen den französischen Präsidenten Emmanuel Macron demonstriert.

Ihr Erkennungszeichen: die gelben Warnwesten, auf Französisch "gilets jaunes".