Der Christopher Street Day, kurz CSD, zieht gerade durch Deutschland. Hunderttausende feiern und feierten in Berlin, Hamburg, Köln oder Frankfurt auf der jährlichen Tanzdemo der LGBT-Community.

In bunten Kleidern, mit Umzugswagen und lauter Musik wollen die Menschen so an den ersten bekanntgewordenen Aufstand von Homosexuellen gegen die Polizeiwillkür in der New Yorker Christopher Street im Stadtviertel Greenwich Village erinnern – und die sexuelle Vielfalt und Freiheit feiern. (Csd.de)

Jetzt haben auch Neonazis den Tag für sich entdeckt: als Werbung für ihre rechtsextremes Gedankengut.

Die Kleinpartei "Der III. Weg" hat anlässlich des CSD in mehreren Städten zu einem "Aktionstag gegen Homo-Propaganda" aufgerufen. 

Im rheinländischen Siegen etwa beklebten sie das Parteibüro der Linken mit einem Plakat, auf dem sie für "Gesunde Familien statt Homo-Propaganda" werben. Darauf zu sehen ist eine gemalte Familie aus Mann, Frau und vier Kindern. Ein Regenschirm mit dem Logo der Partei schützt sie vor einem Regenbogen – dem Symbol der LGBT-Community.

Darunter hetzen sie gegen die Ehe für alle, als "Höhepunkt der immer extremer werdenden Propaganda für sexuelle Minderheiten". Und weiter:

Homosexuelle sind in sämtlichen Medien omnipräsent und zunehmend richtet sich die Politik nicht mehr nach dem Leitbild der Familie aus Mann, Frau und Kindern, sondern nach den Wünschen der Schwulenlobby.

Flyer und Plakate ihrer Aktion verteilte die Partei an diesem Wochenende gleichzeitig in mehreren Städten im Rheinland, in der Uckermarck, aber auch in München, Berlin und Stuttgart. Damit der Aktionstag im Vergleich zum CSD nicht genauso trist wie diese fehlgeleitete Botschaft daher kam, veranstalteten sie außerdem vermeintliche Familien-Events, wie eine Alpaka-Wanderung in Ingolstadt. (queer.de)

Lies hier, warum das BKA die rechtsextreme Szene für gefährlicher hält, als die linke:

Die relativ junge Partei mit rund 350 Mitgliedern wird von dem ehemaligen NPD-Funktionär Klaus Armstroff angeführt und vom Verfassungsschutz beobachtet. Sie gilt als eindeutig rechtsextrem (Verfassungsschutz-bw.de) und steht im Verdacht, mit Brandanschlägen auf Asylbewerberheime in Verbindung zu stehen. (Die Zeit)

So schön war übrigens der Christopher Street Day in Berlin:
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Gerechtigkeit

Diese Frau und ihr Hund zeigen, wie absurd die Diskussion um Vergewaltigungsopfer ist
Schluss mit Victim Blaming!

"Aber sie war ja auch so aufreizend angezogen." 

Wenn es um das Thema Vergewaltigung geht, gibt es immer noch viel zu viele Menschen, die die Schuld für das Verbrechen beim Opfer suchen.

Wie absurd das ist, hat jetzt eine 22 Jahre alte Amerikanerin mit einem Vergleich perfekt zusammengefasst. Bree Wiseman aus Tennessee postete ein Bild von ihrer vierjährigen Bulldogge auf Facebook. Der Hund sitzt neben ihrem Abendessen, einem Steak. Dazu schrieb sie: 

"An die Leute, die sagen, dass Frauen vergewaltigt werden aufgrund der Art und Weise, wie sie sich kleiden. Das ist mein Hund. Sein Lieblingsessen ist Steak. Er ist auf Augenhöhe mit meinem Teller. Er wird aber den Teller nicht anrühren, weil ich ihm 'Nein' gesagt habe. Wenn sich ein Hund besser benehmen kann als du, musst du wirklich dein Leben überdenken."
Hier ist Brees Post auf Facebook: