Bild: dpa/privat
Nach mehr als 290 Tagen

Die Türkei hat die Gefängnisauflagen für Deniz Yücel gelockert. Der deutsch-türkische Journalist sitzt seit dem 14. Februar in Silivri bei Istanbul in Gefangenschaft – um genau zu sein: in Einzelhaft.

Am Wochenende nun soll Yücel verlegt worden sein. Er bewohne jetzt eine Zelle, die über einen kleinen Innenhof mit der eines anderen Häftlings verbunden sei, berichtet die Welt. Der Mitgefangene heißt Oguz Usluer und hat für die türkische Tageszeitung "Habertürk" geschrieben.

Tagsüber sei der Zugang beider Zellen zum Innenhof geöffnet, sodass die Gefangenen sich ungehindert treffen und unterhalten oder auch gemeinsam essen können.

So erlebte Yücel die Einzelhaft:

Nach mehr als 290 Tagen kann Yücel damit erstmals Kontakt zu anderen Gefangenen aufnehmen. Er sitzt in einem Hochsicherheitsgefängnis. Die einzigen Menschen, mit denen er bislang sprechen konnte, waren Gefängniswärtern und seine Anwälte. Einmal pro Woche darf er außerdem 60 Minuten Besuch von engen Angehörigen bekommen. Post erhält er nur begrenzt und darf selbst keine versenden. (Welt)

In seiner vorherigen Zelle hatte Yücel ebenfalls Zugang auf einen kleinen Innenhof, der etwa so groß war, wie seine Zelle. Einkäufe aus dem Gefängnisladen wurden ihm in die Zelle geliefert, auch sein Essen nahm er dort zu sich.

Yücel wird "Propaganda für eine terroristische Vereinigung und Aufwiegelung der Bevölkerung" vorgeworfen. Als Hintergrund wurden bisher Berichte Yücels über eine Hackerattacke auf das E-Mail-Konto des türkischen Energieministers Berat Albayrak vermutet. (Zeit Online)

Bisher kam es zu keiner Anklage oder Verhandlung. Aufgrund des Ausnahmezustands kann die Türkei ihn für bis zu fünf Jahre in Untersuchungshaft behalten.


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