Ein Jahr saß Deniz Yücel in einem Istanbuler Gefängnis, jetzt ist der Journalist frei. 

Am Freitag hat er nach 367 Tagen in Untersuchungshaft seine Frau wieder umarmen können:

"Endlich hat das Gericht die Freilassung meines Mandanten beschlossen", twitterte Yücels Anwalt Veysel Ok:

Und das sagte Außenminister Gabriel zum Fall:

Wegen Terrorvorwürfen saß der 44-Jährige in Untersuchungshaft. Yücel wurde "Propaganda für eine terroristische Vereinigung und Aufwiegelung der Bevölkerung" vorgeworfen. Als Hintergrund wurden bisher Berichte Yücels über eine Hackerattacke auf das E-Mail-Konto des türkischen Energieministers vermutet. (Zeit/bento)

Zu einer Anklage kam es aber nie – bis jetzt. 

Die staatliche Nachrichtenagentur Anadolu meldete, die Istanbuler Staatsanwaltschaft habe nun eine Anklageschrift vorgelegt, in der 18 Jahre Haft gefordert würden. Das Gericht habe die Anklageschrift angenommen und Yücel dann aus der Untersuchungshaft entlassen. 

  • Das heißt: Nach einem Jahr Haft ohne Verhandlung kommt es nun endlich zum Prozess. 

Yücel müsse aber nicht in der Türkei bleiben, berichtet die Welt, es gebe keine Ausreisesperre für ihn. Auch die Bundesregierung geht davon aus, dass der Journalist das Land verlassen darf.

In den vergangenen Tagen hatte sich angedeutet, dass eine Freilassung von Yücel wahrscheinlicher wird. 

Außenminister Gabriel hatte in mehreren geheimen Gesprächen türkische Diplomaten zu einer Einigung bewegen wollen (Süddeutsche Zeitung). Nun hatte der türkische Ministerpräsident Binali Yildirim am Mittwoch in einem ARD-Interview angedeutet, dass Bewegung in den Fall kommt.

Er betonte, die türkische Justiz sei unabhängig – er streitet damit ab, dass die Regierung Einfluss auf den Fall nehme. Gleichzeitig sagte Yildirim aber, es werde "in kurzer Zeit eine Entwicklung geben". Anschließend hatten sich Bundeskanzlerin Angela Merkel und Yildirim in Berlin getroffen.

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