Bild: Karlheinz Schindler/dpa-Zentralbild/dpa

Autor Deniz Yücel sitzt bereits seit Mitte Februar diesen Jahres im türkischen Gefängnis Silivri. Die Türkei beschuldigt ihn der Spionage, dabei hat Yücel lediglich seinen Job als Journalist gemacht. Aber seit dem Putschversuch im Juli vergangenen Jahres gilt die Pressefreiheit im Land nicht mehr, Hunderte Journalisten ließ Präsident Recep Tayyip Erdogan festnehmen, Dutzende Medienhäuser mussten schließen. 

Wie aber geht es Deniz Yücel? 

Zum ersten Mal seit seiner Verhaftung äußert er sich in einem – schriftlichen – Interview mit der "taz". Wir haben die wichtigsten Stellen herausgesucht.

Deniz Yücel

Der Journalist arbeitete seit 2015 als Türkei-Korrespondent für die "Welt". Zuvor war er auch als Redakteur bei der "taz" tätig. Am 14. Februar 2017 wurde er in Istanbul festgenommen, zwei Wochen später kam er in Untersuchungshaft in das Gefängnis Silivri. Dort sitzt er in Einzelhaft.

Yücel fordert, endlich einen Prozess zu bekommen. Denn er sitzt immer noch in Haft, ohne je von einem Richter verurteilt worden zu sein.

"Ich will einen fairen Prozess. Und den am besten gleich morgen. Nicht mehr. Nicht weniger", sagt er. Yücels Anwälte haben beim Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte Beschwerde gegen seine Inhaftierung eingelegt. Bis zum 28. November hat die Türkei Zeit für eine Stellungnahme.

Obwohl es keine Anklageschrift gibt, wisse er, weshalb er eingesperrt sei: "Weil ich, so meine ich, mir einbilden zu können, meinen Job als Journalist ordentlich gemacht habe."

Hier erklären wir noch einmal alle Hintergründe

Yücel freut sich über die Unterstützung aus Deutschland. 

Nach seiner Verhaftung gab es mehrere Kundgebungen, Autokorsos und Konzerte. Obwohl er in Einzelhaft sitze, wisse er, "dass ich nicht alleine bin. Das hilft mir sehr."

Er sagt, er wisse, wie es ihm gehen würde, wenn die Öffentlichkeit ihn vergessen würde: "nicht so gut."

Die Haftbedingungen haben nichts mit irgendeiner Knast-Serie zu tun. Und für etwas muss er sogar selbst bezahlen.

"Silivri Nr. 9 ist ein Hochsicherheitsgefängnis; es gibt hier nichts, das du aus 'Die Verurteilten' oder 'Orange Is the New Black' kennst", sagt Yücel. Es gebe keinen gemeinsamen Hofgang, keine Gemeinschaftsduschen, keinen Essenssaal. Und natürlich keine Rasierklingen.

Den Strom müsse er selbst bezahlen.

"Seit Mai werden im Gefängnis Silivri Nr. 9 die Gefangenen in Einzelhaft für eine Stunde in der Woche auf den kleinen Sportplatz gelassen." Dort könne er dann aber höchstens gegen sich allein Fußball spielen, scherzt er. 

Wohl ohne, dass ihm richtig zum Scherzen zu Mute ist.

Auf dieser Facebook-Seite könnt ihr aktuelle Entwicklungen verfolgen und erfahrt, wo Kundgebungen für Deniz Yücel stattfinden. 

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