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Fünf Zitaten, die Gänsehaut machen.

Demi Lovato, ehemaliger Disney-Star ("Camp Rock"), heute vor allem als Sängerin ("Sober") erfolgreich, wurde vor zwei Wochen wegen einer "Überdosis mit einer unbekannten Substanz" ins Krankenhaus eingeliefert. (SPIEGEL ONLINE

Mutmaßlich Drogen, Berichte darüber, dass es um Heroin geht, wurden allerdings korrigiert. Auf jeden Fall aber geht es um ein Suchtproblem. Suchtprobleme sind leider keine Seltenheit, auch unter Prominenten. 

Doch wie Demi Lovato mit ihren Problemen umgeht, ist etwas Besonderes in Hollywood.

Nämlich sehr offen. Sie verrät zwar nicht, was für eine Substanz es war, von der sie eine Überdosis nahm – vielleicht um Nachahmer zu vermeiden, denn sie gilt für viele junge Menschen als Vorbild. Aber sie steht dazu, dass sie ein Problem hat.

Jetzt veröffentlichte Demi Lovato auf Instagram ein Statement zu ihrer Situation:

Sie schreibt unter anderem, dass sie immer offen mit ihrem Suchtproblem umgegangen sei und dass Sucht eine Krankheit ist, die nicht von selbst verschwindet. 

Ich bin immer transparent mit meiner Reise mit der Sucht umgegangen. Was ich gelernt habe, ist, dass diese Krankheit nicht einfach verschwindet oder mit der Zeit verblasst. Es ist etwas, was ich weiterhin überwinden muss und was ich bisher nicht überwunden habe.

Sie dankt ihren Fans, Kollegen, Familie und Freunden und kündigt in dem Post an, dass sie sich jetzt zurückziehen werde:

Ich brauche jetzt Zeit, um wieder gesund zu werden und mich auf meine Enthaltsamkeit und meinen Weg der Besserung zu fokussieren. Die Liebe, die ihr mir gezeigt habt, wird niemals vergessen werden und ich freue mich auf den Tag, an dem ich sagen kann, dass ich auf der anderen Seite angekommen bin.

Tatsächlich hat Demi Lovato in der Vergangenheit offen über Drogenabhängigkeit und ihre psychischen Probleme geredet. 

2010 sagte sie eine Tour mit den Jonas-Brothers ab und hat sich als damals 18-jähriger Disney-Teeniestar unter anderem wegen Essstörungen, selbstverletzendem Verhalten und einer bipolaren Störung behandeln lassen. (MTV) Von da an gestand sie mehr und mehr, was für Probleme sie eigentlich hat. Und machte sich stark dafür, dass Süchtigen geholfen werden soll.

So erzählte sie 2016 in einem Interview, wie es sich für sie anfühlte, als sie 15 Jahre alt war und der Erfolg von "Camp Rock" durch die Decke ging. Sie sah auf andere frühere Teeniestars wie Britney Spears und Lindsay Lohan, die ihre Abstürze hatten, und wusste für sich, dass sie auch so enden würde.

Ich lebte schnell und ich würde jung sterben. Ich dachte nicht, dass ich es bis 21 schaffen würde.

In der Dokumentation "Simply Complicated" aus dem Jahr 2017 hat die Sängerin ausführlich über ihren Drogenkonsum gesprochen. Schon nach 30 Sekunden in der Doku sagt sie:

Das letzte Mal, als ich ein so großes interview gegeben habe, war ich auf Kokain. Es hieß 'Staying Strong'.

Nach einem Entzug und sechs Jahren Abstinenz (SPIEGEL ONLINE) veröffentlichte Lovato im Juni dieses Jahres den Song "Sober" ("Nüchtern"), in dem sie sich bei ihren Eltern entschuldigt und unter anderem singt:

Es tut mir leid, Mama. Ich bin nicht mehr nüchtern.

Was bringt Demi Lovato ihre Offenheit? Vor allem Unterstützung.

In den Kommentaren unter ihrem Instagram-Post finden sich zahlreiche Stars: Die Musiker Jennifer Lopez, Christina Perri oder Ne-Yo, Model Sara Sampaio und Schauspielerin Ruby Rose schicken Demi Lovato Liebe und mutmachende Worte

Auch Khloe Kardashian schreibt: 

"Du bist eine Kämpferin. Fokussiere dich auf dich selbst und du weißt, dass alle für dich da sind und dich unterstützen. Du wirst so sehr geliebt."

Bei Twitter etablierte sich gleich nach Lovatos Einlieferung ins Krankenhaus der Hashtag #PrayForDemi, unter dem bis heute viele Fans und Stars ihr alles Gute wünschten.

Vorwürfe und Häme sucht man hier lange. 

Selten hat man so gesehen, wie Sucht in der Öffentlichkeit als Krankheit wahrgenommen wird und der Süchtige statt auf Scham und Vorwürfe auf Verständnis und Unterstützung trifft.

Mag sein, dass das vor allem an Lovatos Promi-Status liegt. Aber vielleicht öffnet es einigen auch im Umgang mit seinen Mitmenschen die Augen.


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