Bild: dpa/Britta Pedersen

Deichkind werden am Montagabend ein spontanes Open-Air-Konzert auf dem Theaterplatz in Dresden spielen. Das kündigte die Band auf ihrer Facebook-Seite an.

Dort heißt es, die Mitglieder wollten "ein deutliches Signal" setzen: "Ein Signal gegen Rassismus und Ressentiments, gegen Gewalt in Wort und Tat, gegen Sexismus und Hass, gegen Vorurteile und Populismus. Ein Signal für Menschlichkeit, für Hilfsbereitschaft und Solidarität gegenüber Menschen, die unter anderem vor Hunger und Krieg aus schwierigen Lebensumständen geflohen sind und unsere Unterstützung brauchen."

Das Konzert soll ein Zeichen sein "für mehr Empathie und weniger Egoismus", die Band möchte jeden Menschen ermutigen, "sich seinen Ängsten offen zu stellen und diese Ängste nicht in Gewalt, Wut, Trotz und Hass umschlagen zu lassen".

Auf dem Theaterplatz finden immer wieder Pegida-Kundgebungen statt

Den Ort für das Konzert haben Deichkind ganz bewusst gewählt: "Wir möchten dieses Signal von einem Ort aussenden, der in den letzten Monaten das Zentrum für ein landesweites gesellschaftliches Klima geworden ist, welches einen Nährboden für Polarisierung und Gewalt schafft", schreiben sie.

Auf dem Theaterplatz vor der Semperoper in Dresden veranstaltet Pegida immer wieder Kundgebungen, zum Beispiel anlässlich des Jahrestages im Oktober (bento). Am Samstag demonstrierten dort Pegida-Gegner gegen den europaweiten Aktionstag "Festung Europa" (bento).

Laut Facebook-Post haben Deichkind befreundete Musiker gebeten, am Montag ebenfalls zu spielen, der Rapper Fatoni habe bereits zugesagt, weitere Antworten stünden noch aus. Der Eintritt ist frei, allerdings werden die Besucher gebeten, zu spenden: Das Geld soll an Flüchtlingsorganisationen gehen sowie an Initiativen, die in Dresden Proteste gegen Fremdenfeindlichkeit und Nationalismus organisieren.

Vor einem Jahr gab es in Dresden schon mal ein Konzert gegen Pegida, unter anderem mit Herbert Grönemeyer.(Bild: dpa/Soeren Stache)

Immer wieder engagieren sich Künstler für Flüchtlinge und gegen Pegida. Im Januar 2015 gab Herbert Grönemeyer zusammen mit anderen Musikern ein Gratiskonzert vor der Frauenkirche in Dresden (SPIEGEL ONLINE). Im Oktober organisierten die Sportfreunde Stiller ein Konzert für Flüchtlinge und Helfer in München, mit dabei war wieder Herbert Grönemeyer (bento).

Auch Deichkind setzte in der Vergangenheit schon klare Zeichen: Bei der Echo-Verleihung 2015 trugen die Bandmitglieder weiße Jogginganzüge, auf denen in großen schwarzen Buchstaben "Refugees Welcome" stand.

Das Deichkind-Konzert beginnt um 18.30 Uhr auf dem Theaterplatz. Eine Pegida-Demo wird es am Montag in Dresden nicht geben.

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