Bild: Unsplash/Kari Shea

Du bekommst gerade Mails von Spotify, deinem Handyanbieter und sämtlichen Unternehmen, bei denen du mal einen Newsletter bestellt hast? Der Grund dafür ist eine EU-weite neue Datenschutzregelung, die sogenannte DSGVO.

Hier erklären wir, was es damit auf sich hat:

Was ist die neue Regelung?

  • Die Verordnung soll den Datenschutz in der EU vereinfachen und ins Internetzeitalter befördern.
  • Es geht vor allem um den Schutz personenbezogener Daten.
  • Ab 25. Mai 2018 kommt die neue Datenschutzverordnung EU-weit zur Anwendung.
  • Dann müssen alle Vorgaben umgesetzt sein – sonst drohen Strafen.

Was ist neu?

Die Verordnung ersetzt eine alte Richtlinie, die aus dem Jahr 1995 stammt – den Anfängen des World Wide Web. Damals gab es weder Facebook noch Videostreaming.

Ein grundsätzliches Ziel ist es, die veraltete EU-Richtlinie durch neue, technikneutrale Regelungen zu ersetzen. Diese sollen für die nächsten 15 bis 20 Jahre Bestand haben.

Die neue Verordnung gilt für alle EU-Staaten, während die alte Richtlinie den einzelnen Ländern Spielraum ließ.

Inhaltlich ist die Verordnung kein Neuanfang. Sie baut auf geltendem EU-Recht und nationalen Gesetzen auf – wie etwa dem Bundesdatenschutzgesetz in Deutschland.

Worum geht es in der neuen Datenschutzgrundverordnung?

In 99 Artikeln regelt die DSGVO, mit vollem Namen

  • "Verordnung des europäischen Parlaments bei der Verarbeitung personenbezogener Daten, zum freien Datenverkehr und zur Aufhebung der Richtlinie 95/46/EG",

wie Unternehmen und Behörden, aber auch Vereine mit personenbezogenen Daten umgehen sollten.

Was sind personenbezogene Daten?

Daten sind personenbezogen, wenn sie eindeutig einer bestimmten Person zugeordnet sind, wie zum Beispiel:

  • dein Name,
  • dein Geburtsdatum
  • oder dein Zeugnis

Was wird sich für die Nutzer ändern?

Grundsätzlich anders wird das Web nach dem 25. Mai nicht sein – zumindest nicht auf deutschen Internetseiten.

  • Viele Vorgaben waren schon durch das Bundesdatenschutzgesetz abgedeckt.
  • Zudem haben Unternehmen ihr Angebot in den vergangenen Wochen und Monaten den Vorgaben angepasst.

Am offensichtlichsten werden neu überarbeitete Datenschutzerklärungen und AGB auf Webseiten sein.

Diese sollen detaillierter und leichter verständlich werden. Das könnte einen unschönen Nebeneffekt haben: In vielen Fällen werden sie wohl viel länger werden.

Was will man mit den neuen EU-Regeln erreichen?

Kerngedanken der Verordnung sind die Prinzipien Privacy by Design und Privacy by Default.

Also Privatsphäre, die schon bei der Entwicklung eines Produktes mitgedacht wird und benutzerfreundliche Voreinstellungen hat.

Was bedeutet das für dich?

Die DSGVO reflektiert, wie viele Daten über jeden einzelnen Menschen

  • erhoben,
  • verarbeitet,
  • weiterverarbeitet
  • und zu Geld gemacht werden.

Die Rechte der Nutzer wie Auskunfts-, Lösch- und Widerspruchsrechte werden gestärkt.


Dieser Text ist in einer längeren Version auf SPIEGEL ONLINE erschienen.


Fühlen

Paulina war jahrelang fast taub – ein besonderes Hörgerät veränderte ihr Leben

Paulina war neun Jahre alt, als Ärzte bei ihr einen Hörverlust feststellten. Hohe Töne konnte sie nur noch zu 50 Prozent wahrnehmen. Die Frage nach der Ursache blieb unbeantwortet - die Ärzte konnten sie nicht finden. Paulina musste den schleichenden Hörverlust hinnehmen. Mit 18 bekam sie ihr erstes Hörgerät. Es half nicht wirklich. Die Töne klangen mechanisch und wurden falsch wiedergegeben: Das Herunterfallen eines Stiftes war sehr laut, während die Professorin vorne im Hörsaal kaum zu verstehen war. Sie legte es wieder ab. 

Mit 23 fühlte sich Paulina oft alleine. Ihre Familie wohnte nicht in Berlin, wo sie studierte, telefonieren konnte sie nicht mit ihnen. Freunde ließ sie kaum noch in ihr Leben – der Hörverlust war ihr peinlich. Die Ärzte schlugen vor, dass sie sich sogenannte Cochlea-Implantate operieren lassen könnte. Paulina lehnte ab. Ein solcher Eingriff hätte bedeutet, sich ein Loch in den Schädel bohren zu lassen. Ohne Garantie, dass die Implantate funktionieren. 

Mit 25 kam der Tiefpunkt: Paulina war fast taub. Sie entschied sich nun doch für die Implantate - eines für jedes Ohr