Bild: Gregor Fischer/dpa
Vier Fragen, vier Antworten

Dänemark wird im Frühjahr 2019 einen 70 Kilometer langen und bis zu 1,5 Meter hohen Wildschwein-Zaun entlang der Grenze zu Deutschland bauen. Der Zaun ist sehr umstritten, denn gegen Schweine wird er wahrscheinlich nicht viel bringen.

Was ist in Dänemark los?

Der umstrittene Zaun an der dänisch-deutschen Grenze wird dennoch gebaut. Die dänische Umweltbehörde gab am Montag als letzte Instanz ihr Einverständnis – trotz einiger Kritik in einer vierwöchigen öffentlichen Anhörung. Noch im kommenden Jahr soll der Zaun gegen Wildschweine fertig sein. 

Warum möchte Dänemark diesen Zaun?

Der Schweinezaun soll verhindern, dass sich die Afrikanische Schweinepest (ASP) in Dänemark ausbreitet. Die für den Menschen harmlose Krankheit kursiert in Osteuropa. Deutschland blieb allerdings bislang verschont.

Dänemark ist extrem vorsichtig, weil die Schweinezucht für seine Wirtschaft sehr wichtig ist. Sollte der Schweinepest-Erreger auf dänische Bestände übertragen werden, müssten alle Ausfuhren in nicht EU-Länder gestoppt werden. Ein großer Teil des Exports fiele unmittelbar weg. Ausfuhren im Wert von rund 1,5 Milliarden Euro pro Jahr drohten dann wegzufallen, warnt das dänische Umwelt- und Lebensmittelministerium (Deutschlandfunk).

Warum wird der Zaun so hitzig diskutiert?

Kritik an dem Zaun kam unter anderem von Tierschützern, die befürchten, dass der Zaun auch Wölfe, Otter und Goldschakale in ihrem natürlichen Lebensraum stören könnte. Die Tiere könnten Straßen und Bahngleise als gefährliche Auswege nutzen. Die Pläne seien nach der Kritik noch einmal nachgebessert, im Grunde aber kaum geändert worden, erklärte die Behörde. 

Der Zaun bringt außerdem wahrscheinlich überhaupt nichts gegen Schweine. 

So hatten Dänische Medien zum Beispiel Videos schwimmender Wildschweine verbreitet. Die Tiere könnten den Zaun also leicht umgehen, hieß es. 

Geht es vielleicht gar nicht um Schweine?

Doch, wahrscheinlich geht es schon um Schweine und die Angst vor der Schweinepest. 

Aber der – anscheinend in Sachen Schweinen sinnlose – Zaun setzt ein ganz falsches Zeichen: Er wird in einer Zeit errichtet, in der der Schutz der Grenzen in der EU eh schon ein heiß diskutiertes Thema ist. 

So sagte schon im Juni der europapolitische Sprecher der Grünen-Landtagsfraktion Rasmus Andresen: "Nach der Wiedereinführung der Grenzkontrollen sendet die dänische Regierung wiederholt ein populistisches Abschottungssignal. Weder wird der Zaun Wildschweine aufhalten, noch wird die dänische Abschottungspolitik Probleme lösen." (FAZ) Dänemark hatte als Folge der Flüchtlingskrise vor gut zwei Jahren beschlossen, die Grenze zu Deutschland wieder zu kontrollieren. (bento)

Und tatsächlich: Die rechtspopulistische Dänische Volkspartei nutzte die Gelegenheit gleich für den Vorschlag, den Zaun doch noch etwas höher zu bauen. So könne auch die Kontrolle gegen illegale Einwanderung gestärkt werden. (FAZ)

Dazu kommt es aber nicht. Der Zaun bleibt bis zu 1,50 Meter hoch.


Mit Material von dpa.


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