Bild: Unsplash/Gaelle Marcel
Den Porno haben sie via Facebook Messenger geteilt.

In Dänemark wurden mehr als 1000 Jugendliche angeklagt, weil sie Pornos verbreitet haben sollen. Ihnen wird vorgeworfen, über den Facebook Messenger Material verbreitet zu haben, auf denen zwei 15-Jährige beim Sex zu sehen sind. 

Laut der dänischen Polizei geht es um zwei Videos und ein pornografisches Foto. Über den Messenger haben sich die Bilder immer weiter verbreitet, am Ende wurden insgesamt 1004 Personen angeklagt, davon 800 Männer. 

Es ist der bislang größte Fall dieser Art in Dänemark.

"Wir nehmen das sehr ernst, da es große Konsequenzen für die Beteiligten hat, wenn sich solches Material ausbreitet", sagte die Polizei am Montag (Bloomberg). Die Beamten kamen durch Facebook selbst auf die Spur. Facebook habe die amerikanischen Behörden eingeschaltet, die den Fall via Europol nach Dänemark weitergegeben hätten. Der Vorfall soll sich bereits vergangenen Herbst ereignet haben, jetzt ging die Polizei damit an die Öffentlichkeit.

Verdächtige über 18 Jahren wurden direkt von der Polizei befragt. Viele, die das Material verbreitet haben, waren jedoch minderjährig – hier musste sich die Polizei an die Eltern wenden. In Dänemark dürfen Jugendliche ab 15 Jahren miteinander Sex haben, aber die Verbreitung von pornografischem Material mit Unter-18-Jährigen ist verboten.

Die Polizei will die Massenanklage als Warnung nutzen – um Jugendlichen klar zu machen, dass das Teilen solcher Videos kein Spaß ist.
Wir hoffen, das öffnet Jugendlichen die Augen, dass sie wirklich vorsichtig sind, was sie im Netz anstellen.
Flemming Kjaerside von der dänischen Polizei

Erst im vergangenen Jahr hatte Dänemark ein härteres Gesetz im Kampf gegen Revenge Porn beschlossen. Immer häufiger tauchen zunächst freiwillig gedreht Sexvideos im Netz auf, nachdem sich ein Paar getrennt hat – oft, weil eine Seite Rache am anderen nehmen will. 

Seit Februar 2017 muss daher jeder, der Nacktaufnahmen von jemanden ohne dessen Einwilligung verbreitet, mit bis zu zwei Jahren Haft rechnen (Yahoo).


Today

Jusos machen weiter: Auch Berliner SPD stimmt gegen Große Koalition

Das ist die nächste Schlappe für SPD-Chef Martin Schulz: Der Landesvorstand der Berliner SPD hat sich am Montagabend gegen eine Große Koalition ausgesprochen. Die Abstimmung über einen Antrag der Jusos ging 21 zu 8 aus. Das teilten am Abend der Juso-Bundesvorsitzende Kevin Kühnert und der Berliner SPD-Bundestagsabgeordnete Swen Schulz mit.