Bild: dpa/Daniel Karmann
Vier Fragen an den Landesvorsitzenden der Jungen Union.

Die CSU erfindet sich gerade neu. Neun Jahre lang war Horst Seehofer der Vorsitzende der Partei, jetzt wird Markus Söder als neue Führungskraft aufgebaut. In der Partei gab es lange Streit, Seehofer hält an seinem Posten fest.

Beim Parteitag in Nürnberg wurde er am Samstag mit 83,7 Prozent der Stimmen erneut zum Parteichef gewählt (SPIEGEL ONLINE). Ein für ihn schlechtes Ergebnis – vor zwei Jahren hatte er noch 87,2 Prozent erhalten.

Längst wird in der CSU ein sanfter Übergang hin zu Markus Söder vorbereitet – zu Seehofers größtem Konkurrenten.

Söder wurde auf dem Parteitag als Spitzenkandidat für die Landtagswahl gekürt. 2018 wählt Bayern ein neues Parlament, Söder soll die CSU im Wahlkampf anführen. Die Partei spricht von einer "neuen Ära".

Welche Art Neuanfang will die Parteijugend? Und glaubt sie, dass Söder die CSU modernisieren kann?

Vier Fragen an Hans Reichhart, den Landesvorsitzenden der Jungen Union Bayern.

(Bild: Hans Reichhart)
Was erwartest du von Söder?

"Wir müssen unsere Erfolge in Bayern und im Bund klar herausstellen. Wir haben zwar seit 2013 in Bayern und in der Bundesregierung alle unsere Wahlversprechen umgesetzt. Bei der Bundestagswahl hat man es uns aber in gewissen Teilen nicht abgenommen, dass wir unsere Versprechen auch tatsächlich umsetzen. Für den Wähler muss erkennbar sein: 'Wofür steht die CSU?' Und dann geht es auch darum, eine Vision für die Zukunft Bayerns zu entwickeln."

Was für eine Vision wünschst du dir?

"Meine Vision wäre ein Bayern, in dem wir Digitales auf allen Ebenen einsetzen, um den Staat noch schneller und effektiver zu machen. In dem unsere Städte zu den Grünsten der Welt gehören, weil wir auch dort Umweltpolitik neu denken. In dem jeder mit seinen Ideen auch scheitern darf und beim zweiten Anlauf genau dieselben Chancen erhält. 

Dazu gehört, dass wir alle Teile der Bevölkerung mit Köpfen in unserer Partei abbilden, die Älteren genauso wie die Jungen, die Ehrenamtlichen genauso wie die Unternehmer, die Konservativen und die Liberalen."

Die CSU soll also diverser werden? Wieder mehr in die Mitte rücken?

"Die CSU hat sich schon immer als Volkspartei verstanden. Ich halte nichts davon, zu sagen, wir müssen jetzt nach rechts rücken. Das ist nicht das, was uns Probleme macht.

„Wir haben mehr Wähler an die FDP als an die AfD verloren. “

Wir haben auch in vielen anderen Bereichen einfach nicht die Bindungswirkung gehabt. Deswegen ist primär der Rückgewinn der Glaubwürdigkeit wichtig für uns. 'Versprochen, gehalten' – das müssen wir ganz deutlich kommunizieren."

„Wir rennen nicht blind einer Ideologie hinterher, sondern sind sozial, liberal, konservativ und christlich – aber nie in Extremen, sondern immer in einem austarierten Miteinander.“
Dann noch mal konkret: Welche Versprechen will die CSU für die Zukunft geben?

"Die Digitalisierung ist DIE Herausforderung der kommenden Jahre. Sie wird alle Lebensbereiche betreffen und auch die Gesellschaft an sich verändern. Genauso müssen wir die Megatrends wie Urbanisierung, Globalisierung und des demographischen Wandels erkennen. In der letzten Regierung haben wir bereits gesetzliche Regelungen für autonomes Fahren geschaffen.

Eine Partei muss sich immer weiterentwickeln. Dazu gehört, dass wir keine Vergangenheitsbewältigung betreiben, sondern einen Plan für die Zukunft vorgeben."


Today

Die Website vom Weißen Haus wurde umgestaltet. Sie sieht jetzt aus wie "kuschelige Propaganda"
Und wichtige Dokumente lassen sich nur noch schwer finden.

Die Website des Weißen Hauses war bislang vor allem für eins da: Den US-Bürgern alle wichtigen Dokumente ihrer Regierung schnell und übersichtlich zugänglich machen. Außerdem: Über die Termine des Präsidenten zu informieren und Videos seiner Ansprachen bereitzustellen. 

Kurz: Whitehouse.gov sollte möglichst transparent über die Entwicklungen im Weißen Haus informieren. Nun wurde die Homepage unter US-Präsident Donald Trump umgebaut. Seit Freitagabend gibt es ein neues Design und eine neue Navigation.

Das Ergebnis: Viele Nutzer finden sich nicht mehr zurecht – für manche ist es gar "kuschelige Propaganda".